Jahresendabrechnung 2026

1. Prolog

Was denn? Noch eine Jahresendabrechnung? Gab es da nicht schon den Beitrag „Oldtimer-Rallyes 2026 – Mein Saisonrückblick und Veranstaltungsvergleich“? Stimmt, das ist jedoch eine Zusammenfassung der einzelnen Fahrten gewesen. An dieser Stelle nun möchte ich den Faden aus der letztjährigen Saisonbetrachtung aufnehmen. Diese war Ende 2025 doch sehr umfangreich geworden. Dieses Mal möchte ich mich knapper fassen, mal sehen, wie gut das gelingt. Liest man heute die Jahresendabrechnung 2025 kann oder muss man feststellen: Alles weitaus überwiegend noch relevant – daher dort gerne nochmal nachlesen.

In diesem Jahr habe ich an 14 Veranstaltungen teilgenommen, das bewegt sich im langjährigen Schnitt „nach Corona“. Erstmalig waren auch mehrere Mehrtages-Veranstaltungen dabei: 3-Tagesfahrt, Ramberg Historic, Ahrquelle, WHF 500. Von der inzwischen legendären Eisbär-Ori in der Eifel bis zum nebeligen Lippischen Bergland waren viele Höhepunkte (und einige Schwachstellen) dabei. In der Tat haben die Mehrtages-Veranstaltungen jeweils einen besonderen Eindruck hinterlassen – so eine Art „Mini-Urlaub“ inklusive Rahmenprogramm hat schon was, geht aber natürlich auch ins Geld.

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2011
15
2012
16
2013
19
2014
18
2015
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2016
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2017
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2018
19
2019
5
2020
16
2021
13
2022
15
2023
15
2024
15
2025
14
2026

Abbildung 1: Meine Teilnahmen an Oldtimerveranstaltungen, ohne Treffen, Messen, etc.

2. Einzelne Veranstaltungen (sog. „Rallyes“)

Hierzu habe ich an anderer Stelle schon einen Saisonrückblick geschrieben: siehe HIER.

3. Übergreifende Serien (sog. „Cup-Veranstaltungen“)

Über meine weitere Teilnahme an den verschiedenen Serien bzw. „Cups“ hatte ich mich an dieser Stelle vor einem Jahr eher skeptisch geäußert. Tatsächlich ist es dann anders gekommen und ich war eingeschrieben in:

  • ADAC Oldtimer-Cup NRW – Teilnahme an 6 von 9 Läufen
  • ADAC Classic Revival Pokal – Teilnahme an 8 von 29 Läufen
  • Classic Car Challenge – Teilnahme an 4 von 9 Läufen
  • Euregio Classic Cup (ECC) – Teilnahme an 1 von 9 internen Läufen
  • Deutsche Classic Serie (DCS) – Teilnahme an 3 von 10 Läufen

3.1 ADAC Oldtimer-Cup NRW

ADAC Oldtimer-Cup Nordrhein-Westfalen

Im zweiten Jahr seiner Nachfolge-Existenz ist diese Serie ihrem Namen gerecht geworden, was die Austragungsorte angeht. Keine Anreisen mehr nach Niedersachsen oder hinter Hamburg erforderlich, sondern nunmehr ausschließlicher Fokus auf Nordrhein-Westfalen mit den drei ADAC-Regionalclubs:

RegionalclubKürzelTourensportSport
ADAC Ostwestfalen-LippeOWL42
ADAC WestfalenWFA33
ADAC NordrheinNRH54
Summe129

Abbildung 2: Anzahl der angebotenen Fahrten im ADAC Oldtimer-Cup NRW nach regionaler Zuordnung.

Die Anzahl der Läufe zeigt die Herausforderung, im OWL-Gebiet überhaupt noch sportliche Läufe durchzuführen. Nach der OT-Rallye Stemweder Berg bietet nunmehr auch die Cheruskerfahrt keine sportliche Wertung mehr an, was ich sehr bedauerlich finde. Das Gebiet Nordrhein dominiert somit rein von den Läufen her den Cup. Dieser hat seinen Charakter in dieser Hinsicht doch inzwischen sehr verändert.

Allerdings: auf der Seite der Teilnehmer sieht das immer noch ganz anders aus. In der sportlichen Wertung kommen ausnahmslos alle Teilnehmer aus Westfalen bzw. Ostwestfalen und kein einziges Team aus Nordrhein oder dem Bergischen Land. Bei den Tourensportlern habe ich drei Teilnehmer (Teams) aus Nordrhein identifiziert. Diese Cup-Veranstaltung ist ganz offenbar bei den Teams im Vereinsgebiet Nordrhein nicht oder noch nicht angekommen.

Wird sich das ändern? Man wird abwarten müssen, aber ich bin skeptisch. Zum einen gibt es im Rheinland und im bergischen Land starke Konkurrenz: Neben dem ECC ist die WestOM und der Rheinland Pokal zu nennen. Es ist anzunehmen, dass die ortsansässigen Teams sich hier einschreiben und nicht im NRW-Cup. Zudem bleibt festzuhalten, dass sich die Regeln und Aufgabenstellungen in Nordrhein/Bergischem Land und OWL/Westfalen doch deutlich voneinander unterscheiden. Auf der einen Seite eine starke Ori-Dominanz (Nordrhein, Bergisches Land), auf der anderen Seite eher klassische Oldtimer-Rallyes mit einem Mix aus Chinesen, Kartenaufgaben und Zeitwertungen. Teilweise unterscheiden sich die Veranstaltung so deutlich, dass man fast von einer anderen Kultur oder Mentalität sprechen kann.

Deutlich geworden ist das für mich bei der Veranstaltung in Düren. Angekündigt und gewertet als „Tourensport“ waren hier tatsächlich sehr anspruchsvolle Orientierungsaufgaben zu lösen, was uns zunächst vor größere Herausforderungen gestellt hat. Diese Fahrt war nach OWL-Maßstäben definitiv sportlich – wurde im Cup aber dort leider nicht gewertet.

Die reine Ausrichtung an den immer noch sehr unterschiedlich ausgelegten Begrifflichkeiten (Stichwort: babylonische Sprachverwirrung beim ADAC) passt somit nicht. Andererseits wird eine inhaltliche Bewertung durch einen Serienkoordinator wohl auch in Zukunft nicht zu erwarten sein.

Die Unterschiede zwischen OWL/WFA und NRH kann man auch sehr gut an den Teilnahmen und Ergebnissen der Teams erkennen (siehe nachfolgende Tabelle).

DatumVeranstaltungADAC RegionTeilnehmer SportTeilnehmer Tourensport
11.04.202642. ADAC Linnenbauer OldtimerfahrtOWL1524
09.05.202684. Int. ADAC Westfalen-Lippe-Fahrt-KlassikOWL1423
23.05.202640. ADAC Hagen-KlassikWFA1419
25.05.202631. Oldtimer Classic DürenNRHnicht angeboten7
30.05.20269. Int. ADAC Classic-Rallye AhausWFA1713
20.06.202622. ADAC Oldtimer-Rallye „Rund um Oelde“WFA1522
11.07.202631. ADAC Oberberg Klassik „Tour der 1000 Kurven“NRH37
18.07.202611. ADAC Stemweder BergOWLnicht angeboten18
26.07.20264. CAC Cleverland ClassicNRH98
08.08.2026ADAC Oldtimer Ausfahrt „Bergische Impressionen“NRH64
23.08.2026NOSW Niederrhein ClassicNRH1012
29.08.202643. ADAC Cheruskerfahrt KlassikOWLnicht angeboten17
Summe Teilnehmereinträge103174
Anzahl Teilnehmer Schnitt OWL14,520,5
Anzahl Teilnehmer Schnitt WFA15,318
Anzahl Teilnehmer Schnitt NRH77,6

Hinweis: Die Teilnehmerzahlen basieren auf den aufgeführten Fahrer-/Teilnehmerzeilen der Cup-Endergebnisse und sind keine offiziellen Starterlisten. Quellen: Sport, Stand 26.08.2026; Tourensport, Stand 04.09.2026.

Abbildung 3: Präsenz eingeschriebener ADAC Cup NRW-Teilnehmer bei den einzelnen Läufen im Jahr 2026.

Im Durchschnitt waren bei den Veranstaltungen in OWL und WFA bei den Sportlern ca. 15 Teilnehmer (hier: eingeschriebene Personen) dabei, im Regionalgebiet NRH hingegen nur 7. Extrembeispiel Oberberg Klassik: hier waren ganze 3 Cup-Teilnehmer entsprechend 2 Teams mit dabei. Ein sehr ähnliches Bild bei den Tourensportlern: hier stehen 18 bis 20,5 Teilnehmer je Fahrt (WFA, OWL) gegen 7,6 Teilnehmer je Fahrt (NRH) – auch das ist sehr eindeutig.

Die Ergebnislisten der einzelnen Fahrten sollen hier nicht im Detail analysiert werden. Bei den Sportlern reicht aber schon der oberflächliche Blick, um zu erkennen, dass die eingeschriebenen Teams bei NRH-Läufen signifikant schlechter abgeschnitten haben, als in der OWL-/WFA-Region. Das ist nachvollziehbar, da diese Teilnehmer die Regeln und Aufgaben in „ihrer“ Region überwiegend gut kennen und gewohnt sind, sich im NRH-Umfeld aber mit ganz anderen Gepflogenheiten konfrontiert sehen.

Organisatorisch ist der ADAC Oldtimer-Cup NRW im Jahr 2026 routiniert über die Bühne gegangen. Einschreibung und Ergebnisveröffentlichungen erfolgten über das Online-Portal, was sehr gut funktioniert hat. Die Aktualisierungen kamen sehr zeitnah und auch Termin und Ort der Siegerehrung wurden frühzeitig kommuniziert.

Für 2027 würde ich mir insbesondere wünschen, dass wieder mehr sportliche Veranstaltungen aus OWL und/oder WFA angeboten werden. Das gilt vor allem für Stemweder Berg und die Cheruskerfahrt. Auch wünsche ich mir, dass die Wiehenfahrt den Weg zurück in den Cup findet. Die Auswahl der Fahrten in NRH kann von mir aus so bleiben: allerdings sollte auf eine bessere Passung des Anspruchsniveaus geachtet werden. Insbesondere bei der Tour der 1.000 Kurven, den Bergischen Impressionen und der Niederrhein Classic ist die sportliche Wertung eher „super-sportlich“- eine Art Umrechnungstabelle wäre hilfreich. Analog Düren: Hier war die tourensportliche Wertung definitiv sportlich (Orientierung). Diese ganze Problematik der Wertungsklassen würde man auch dann besser in den Griff bekommen, wenn man eine gemischte Wertung wie beim ECC vornehmen würde.

Heute sieht es doch so aus: Möchte ich im NRW-Cup „oben“ dabei sein, dann muss ich an allen OWL-/ WFA-Läufen teilnehmen und dort auch gut bzw. sehr gut abschneiden. Die NRH-Läufe mögen im Einzelnen gut und interessant gemacht sein. Für die Cup-Wertung kann man sie vernachlässigen (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).

3.2. ADAC Classic Revival Pokal

ADAC Classic Revival Pokal Meisterschaft 2026

Same procedure as every year? – Das gilt ganz besonders für diesen „Pokal“. Ich kann hier auf die Ausführungen im Vorjahr verweisen. Substanziell geändert hat sich eigentlich nichts. Die Aktualisierung verläuft nach wie vor sehr schleppend und in großen Zeitabständen. Die Abwertung von Ergebnissen bei Veranstaltungen mit weniger als 10 Teilnehmern in der jeweiligen Wertungsgruppe wurde beibehalten und hat mich dieses Mal bei der Wiehenfahrt hart getroffen (80 statt 120 Punkte). Allerdings, das ist positiv zu vermerken, die Information der Teilnehmer über die sogenannte „Drivers Lounge“ funktioniert nach meinem Eindruck 2026 besser – hier wurde auch der Termin für die Siegerehrung frühzeitig angekündigt.

3.3. Classic Car Challenge

Classic Car Challenge

Bei der Classic Car Challenge gab es ebenfalls keine gravierenden Veränderungen. Der regionale Fokus hat sich für mich leider eher ungünstig entwickelt und bestimmte Fahrten in diesem Kontext möchte ich mir nicht mehr antun. Sehr schade, dass eine Teilnahme an der Emsland Classic dieses Jahr wegen zeitlicher Überschneidungen nicht zu realisieren war. Daher kam ich nur auf 4 von 9 Teilnahmen, was aber immerhin noch für Platz 3 gereicht hat.

3.4. Euregio Classic Cup

Euregio Classic Cup e. V.

Beim ECC finde ich das Konzept der gemischten Wertungen mit Wertungsfaktor sowie die Differenzierung in eigene und externe Veranstaltungen weiterhin überzeugend. Allerdings habe ich die Herausforderung unterschätzt, mit Standort Münster an einer ausreichenden Zahl von Fahrten im Raum Aachen teilzunehmen. Am Ende ist es bei „Düren“ und drei externen Teilnahmen geblieben. Damit kann man natürlich keinen Blumentopf gewinnen.

3.5. Deutsche Classic Serie

Deutsche Classic Serie – Historischer Motorsport

Die DCS umfasst mehrtägige und (damit) hochpreisige Mehrtagesveranstaltungen in ganz Deutschland und dem nahen Ausland. 2026 wurden 10 Fahrten angeboten. Irgendwie hatte ich aus den Ergebnislisten des Vorjahres geschlossen, mit 3 Teilnahmen könnte man „weiter oben“ schon irgendwie mitmischen. Ein Irrtum. Die Fahrten 3-Tages-Rallye, Ramberg und WHF 500 haben Nenngeld und Anreise auf jeden Fall gelohnt. Aber für die Serie muss ich mich daher nicht wieder einschreiben. Die DCS pflegt das Eigenbild „Der sympathische Kreis im historischen Motorsport“. Ob das nun speziell für die Veranstalter, oder auch die teilnehmenden Teams gilt oder gelten soll, lasse ich mal dahingestellt. Bei den Serienläufen zur DCS geht es überwiegend um Zeitfahren und die Herkunft der Teams ist mit Schwerpunkt in Süddeutschland zu verorten. In Küstennähe (Rothenuffeln) gab es daher (?) ein paar emotionale Verwerfungen, die ich in Ramberg und bei der WHF 500 aber so nicht beobachten konnte.

4. Schlusswagen

Meine Frau meinte: „Wolltest Du 2026 nicht weniger fahren? Davon habe ich nichts bemerkt.“ Wollte ich das wirklich? Immerhin sind es nicht die bei meiner Frau gefühlten „über 30 Veranstaltungen“ geworden. 14 sind schon eine gute Zahl, und es war eine gute Mischung. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen. Zusammen mit H.G. war es die bisher beste „sportliche Saison“. Für 2027 kann es so gerne weitergehen. Wobei es ja meistens anders kommt, als man denkt.

Für meine Berichte, die ich sicherlich weiter führen werde, habe ich in der Vergangenheit den Einsatz von KI ausgeschlossen. Ich bin dabei, das zu überdenken. Der zeitliche Aufwand für einen ausführlichen Bericht ist doch sehr hoch. Muss man den halben oder ganzen Sonntag daran sitzen, wenn man große Teile der technischen Umsetzung an eine KI delegieren kann? Sofern der individuelle Stil und die Inhalte weiterhin von einem Menschen kommen, kann die Umsetzung per KI eine effiziente Option sein oder es zumindest perspektivisch werden.

Jetzt noch die „Hitliste des Jahres“

Getränkeempfehlung des Jahres: Rosé-Schorle von Frank G.

Nachtori des Jahres: Durch die Weinberge bei Ramberg

Absteige des Jahres: Hotel Finkenberg (Blankenheim)

Fahrerbrief des Jahres: Schauen Sie in die ADAC Beifahrerfibel!

Zwischenmahlzeit des Jahres: Buletten, vom Fahrer eigenhändig gebraten

Panne des Jahres: Nachts an der Tanke und das Zündschloss ist defekt

Held des Jahres: ADAC Mensch mit Reparaturset für Kühlerschlauch

Schiedsgericht des Jahres: Düren

Frühstück des Jahres: Gästehaus Janzen

Buchstabe des Jahres: „B“ wie Bielefeld

Drift des Jahres: Kartbahn Harsewinkel

Gerät des Jahres: Terratrip

Teilnehmerparkplatz des Jahres: Vor der Feuerwehrhalle

Aufholjagd des Jahres: von adw. auf Platz 18 (Ahrquelle)

Baumaffe des Jahres: beim Zeitnehmer an der Stoßstange

Mittagspause des Jahres: Burg Beverungen

Burgaufenthalt des Jahres: Schnellenberg

Bedienung des Jahres: Roboter im Harz Hotel mit Bikini-Diskussion

Teamerfolg des Jahres: Ahaus

Hochzeitsauto des Jahres: 02

Slalom des Jahres: Das lass ich nochmal gelten und mach bitte das Nebellicht aus

Tier des Jahres: Neugierige Kühe an der DK

Gastwirt des Jahres: Um 22 Uhr ist hier Schluss

Matschparkplatz des Jahres: WHF 500

Skandal des Jahres: Die Fleckengate-Affäre

Regionale Kulinarik des Jahres: Saumagen versus Fischbrötchen in Ramberg