
VERANSTALTUNG
1. ADAC Classic Rallye um den Preis der Ahrquelle
SFG Schönau e.V. & Motorsport-Club Oberehe e.V. im ADAC
02.07. bis 04.07.2026
TEAM
Michael Baurichter / Frank Schäfer
auf
BMW 325 iX
Ausschreibung der Veranstaltung als „sportliche Orientierungsfahrt für historische Personenkraftwagen“. Vom Veranstalter auch bezeichnet als „Orientierungsrallye“ mit Wertungsprüfungen aus dem historischen Motorsport (Rallye Blankenheim, Rallye Oberehe, Olympia Rallye, Rallye Köln-Ahrweiler, Deutschlandrallye).
TEILNEHMER-BERICHT
Prolog
Die Rallye „Rund um die Preis der Ahrquelle“ wurde 2026 zum ersten Mal veranstaltet. Dahinter stehen zwei renommierte Vereine: SFG Schönau und MSC Oberehe, die insbesondere langjährige Erfahrungen in der Ausrichtung „echter“ Rallyes haben. Auf der eigens eingerichteten Internetseite wurde ein wirklich sehr ansprechendes Programm angekündigt:
* Legendäre Eifelrouten
* Sportliche Orientierung
* Full-Service-Paket
* Exklusives Rahmen- und Abendprogramm
Die Unterlagen versprachen eine zweitägige, sportlich anspruchsvolle Oldtimer-/Youngtimer-Orientierungsrallye in der Eifel mit deutlich mehr als nur „Ausfahrt-Charakter“. Im Mittelpunkt stehen rund 450 km auf 100 % asphaltierten, teils kleinen, engen und kurvigen Eifelstraßen rund um Blankenheim/Ahr/Nürburgring. Die Strecke soll bewusst an traditionsreiche Rallye-Regionen und Prüfungen erinnern, u. a. Rallye Blankenheim, Oberehe, Daun, Olympia Rallye, Köln–Ahrweiler und Deutschlandrallye.
Als Teilnehmer konnte man eine sportliche Orientierungsfahrt erwarten, bei der Fahrer und Beifahrer wirklich gefordert werden: Chinesenzeichen, Kartenschnipsel, Folienskizzen, Wegpunkte, Schnittberechnungen, Bordkartenführung sowie Gleichmäßigkeits- und Sollzeitprüfungen wurden angekündigt. Weiterhin 14 GLP- oder Sollzeitprüfungen auf gesperrten Strecken an zwei Tagen sowie mindestens eine technische Fahrprüfung pro Tag. Das ist für eine Classic-Veranstaltung ein recht sportliches und attraktives Paket.
Im Nenngeld enthalten ist ein ziemlich umfassendes Full-Service-Paket: Fahrtunterlagen inklusive Kartenmaterial, Folien, Bordbuch und Bordkarten, Startnummern, Rallyeschilder, Veranstalterhaftpflichtversicherung, Getränke nach jeder Etappe, ein kostenloser Beifahrerlehrgang, GPS-Tracker, ADAC-Pannenhilfe und technische Betreuung durch ein Oldtimerservicefahrzeug während der gesamten Veranstaltung. Dazu kommen vier Mahlzeiten für Fahrer und Beifahrer sowie die nächtliche Überwachung der Fahrzeuge durch einen Sicherungsdienst.
Auch das Rahmenprogramm wurde betont: Am Freitagabend gibt es musikalische Unterhaltung mit Abendessen, am Samstagabend ebenfalls Abendessen mit musikalischer Unterhaltung sowie die Siegerehrung auf der Burg Blankenheim. Zusätzlich ist eine Firmenführung in einem modernen Motorsportbetrieb angekündigt. Das gibt der Veranstaltung neben dem sportlichen Teil einen besonderen Erlebnis- und Gemeinschaftscharakter.

Man durfte also keine gemütliche Oldtimer-Ausfahrt erwarten, sondern eine ambitionierte, gut ausgestattete Classic-Rallye mit hohem sportlichem Anspruch und vergleichsweise umfangreichem Teilnehmerpaket. Und das alles zu einem vergleichsweise günstigen Nenngeld. Da konnte man eigentlich nicht nein sagen. Ähnlich wie bei der 3 Tages Rallye oder Ramberg Historic war da mal was anderes jenseits ausgetretener Pfade.
Um es vorwegzunehmen. Ja, es war ein besonderes Erlebnis. Aber nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Organisation (vor und während der Veranstaltung)
Für die Veranstaltung hatten die Organisatoren eine eigene Internetpräsenz geschaffen. Dort fanden sich die Ausschreibung und eine gut funktionierende Online-Nennung. Bis vier Tage vor der Veranstaltung blieb die Informationslage allerdings ausgesprochen dürftig. Dass zu diesem Zeitpunkt in den sozialen Medien noch Helfer gesucht wurden, stärkte unser Vertrauen nicht unbedingt.
Etwa einen Monat vor der Fahrt wurden nähere Details zur Wertung veröffentlicht – allerdings ohne die Aufgaben selbst zu erklären. Dabei fiel auf, dass hohe Strafpunkte für Zeit-WP beziehungsweise GLP vergleichsweise geringen Strafen für fehlende Orientierungskontrollen gegenüberstanden.
Bis zur Veranstaltung gab es keine weiteren Informationen, nicht einmal eine Nennliste mit Startzeiten.
Der Check-in am Vorabend mit Papier- und technischer Abnahme funktionierte reibungslos. Bei der Papierabnahme erläuterte die anwesende Juristin, unter welchen Voraussetzungen Unterschriften gültig sind, bei der technischen Abnahme wurde die Fahrgestellnummer kontrolliert. Kurios.
Jedes Team erhielt lediglich ein Programmheft, die Rallyeaufkleber, Lanyards und zwei Essensmarken. Keine Bordkarten, keine Ausführungsbestimmungen.
Laut Ausschreibung sollte der freiwillige Beifahrerlehrgang um 20:30 Uhr beginnen. Wir waren pünktlich vor Ort und stellten fest, dass der Saal bereits voll und das Seminar längst im Gange war. Man hatte kurzerhand um 20:00 Uhr begonnen.
Auch der Ablauf wirkte chaotisch. Es gab viele Fragen, die Akustik war schlecht und vor allem blieb unklar, wie die Aufgaben der folgenden beiden Tage konkret zu verstehen waren.
Lange Diskussionen drehten sich um doppellinige Wege und Überlappungen. Klar wurde lediglich: Das Einbahnstraßenprinzip galt nur bei Überlappungen, Kreuzen war erlaubt. Wie genau mit der Doppellinigkeit umzugehen sei, blieb trotz Nachfragen offen.
Dafür gab es die eindeutige Aussage, Überlappungen kämen ausschließlich innerorts vor und würden dort stets durch besetzte Kontrollen abgesichert.
Vorgestellt wurden außerdem „neue Chinesen“ gemäß FIA-Reglement sowie die Beschreibung der WP-Abläufe per „Aufschrieb“. Dieser sollte allerdings nur ergänzend zum Einsatz kommen; parallel sei eine Kartendarstellung vorgesehen.
Die Orientierungsaufgaben wurden anhand von Folienskizzen, Drehpunktskizzen und Kartenschnipseln erläutert. Dabei erfuhren die Teilnehmer wichtige Details zur Fahrt, etwa zum Anlegen der Punkte und zur Bedeutung von Überlappungen.
Solch essenzielle Informationen in einer „freiwilligen“ Veranstaltung zu vermitteln, die ohne Vorwarnung 30 Minuten zu früh beginnt, ist schon ein starkes Stück.
Einen Fahrerbrief oder Durchführungsbestimmungen gab es nicht – auch nicht am Folgetag. Auf die Frage nach dem Reglement wurde auf die „Beifahrerfibel“ des ADAC Nordrhein verwiesen. Dieses Büchlein war vor Ort allerdings nicht erhältlich.
Mit diesem Beifahrerlehrgang war das Setting für die folgenden zwei Tage gesetzt: unklare Regeln, widersprüchliche Aussagen, keine eindeutigen Ansprechpartner und kein offizieller Aushang.
Selbst bei der Frage nach einer Fahrerbesprechung herrschte Unklarheit. Laut Ausschreibung gab es keine, laut Internetseite sollte sie um 09:30 Uhr stattfinden.
O Wunder: Es gab sie tatsächlich.
Gleichzeitig begann um 09:30 Uhr allerdings auch die Ausgabe der Bordbücher und Bordkarten für die ersten Teilnehmer. Das geht gar nicht.
Die Fahrerbesprechung bot immerhin Gelegenheit für weitere Fragen. Die Antworten der Fahrtleiter widersprachen dabei zum Teil den Aussagen des Vorabends, etwa bei der Frage, ob Kontrollen nur rechts oder auch links stehen könnten.
Die Verwirrung wurde immer größer und sollte die folgenden beiden Tage prägen.
Bereits bei der ersten WP kam es zu einem extrem langen Rückstau. Welche Abschnitte als ZK gedacht waren und welche nicht, blieb unklar – obwohl dies massiv wertungsrelevant war. Auch welche WP Sollzeitprüfungen und welche GLP waren, war nicht eindeutig.
Viele Helfer wirkten ebenfalls überfordert. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen: Alle waren sehr nett, engagiert und sichtlich bemüht. Ihre Einweisung durch den Veranstalter war offenbar ähnlich unzureichend wie die der Teilnehmer.
Der nette Herr an der ersten WP brachte es auf den Punkt: „Ich bin froh, wenn das hier vorbei ist.“
Ja, dachte ich mir. Wir auch.
Es ist unfair, wenn ein Veranstalter ein solches Chaos produziert und die Helfer vor Ort es ausbaden müssen. Daher gilt unser ausdrücklicher Dank den Helfern.
Und nein: Eine Oldtimerrallye muss nicht so ablaufen. Als Organisator sollte man den Mund vielleicht auch nicht ganz so voll nehmen und von der „Mille Miglia in der Eifel“ schwadronieren oder das Regelwerk an der „Rallye 2000“ ausrichten.
Anspruch und Wirklichkeit standen bei dieser Veranstaltung in einem krassen Widerspruch, nicht nur bei der Organisation.

Hier der originale Flyer der Veranstaltung:
veranstaltungsflyer
Note: 5
Strecke
Ein klarer Pluspunkt bei dieser Veranstaltung waren die wirklich spektakulären, wunderschönen Strecken durch die Eifel.
Am ersten Tag fuhr man ca. 260 km in süd-östliche Richtung (Nürburgring und Umgebung inklusive, Ahrtal), am zweiten Tag führten weitere ca. 220 km in nord-westliche Richtung durch die Vulkaneifel (Kasselburg und Gerolstein inklusive).
Landschaft ohne Ende, historische Sehenswürdigkeiten, Serpentinen, etc. – dem Fahrer wurde wirklich viel geboten.
Die Straßen waren in überwiegend gutem Zustand. Es gab auch einige Ortsdurchfahrten, die aber insgesamt nicht negativ ins Gewicht gefallen sind.
Ein Highlight war auch die Streckenführung am Nürburgring (Meuspath, Adenau, Einfahrt zur Nordschleife). Hier konnte man die vielen Fahrzeuge mit dem Heckflügel bewundern, gerne auch mit gelbem Nummernschild.

Note: 1
Roadbook und weitere Unterlagen
An jedem Tag erhielt man ein Roadbook, zwei Bordkarten, ein Set mit Auflegefolien sowie vier Lösungsumschläge. Ausführungsbestimmungen / Fahrerbrief fehlten. Alle relevanten Regeln wurden mündlich beim freiwilligen Beifahrerseminar beziehungsweise eingeschränkt bei der Fahrerbesprechung vermittelt – zum Teil widersprüchlich.
Lösungsumschläge? Ja, das hatte ich auch noch nie erlebt.
Vier verschlossene Umschläge enthielten die Musterlösungen der Orientierungsetappen. Das Öffnen kostete jeweils 350 Strafpunkte. Gedacht waren sie als Hilfe für Teilnehmer, die völlig die Orientierung verloren hatten.
Wann und wo die Umschläge kontrolliert werden sollten, blieb offen. Tatsächlich geschah dies erst am Start des zweiten Tages beziehungsweise im Ziel. Startnummern waren nicht angebracht; die ergänzten wir selbst.
Das Roadbook hatte eine stabile Metallspiralbindung. Nach den „neuen“ FIA-Chinesen folgten Orientierungsaufgaben und WP-Beschreibungen im Aufschrieb-Stil.
Leider fehlten Seitenzahlen, und die Anordnung der Karten und WP-Darstellungen war ausgesprochen unübersichtlich. Man musste ständig hin- und herblättern.
Auch die Übergänge zwischen den Aufgaben waren schwer zu finden. Die schwarz-weißen Karten waren blass und unscharf gedruckt. Wälder, Seen und Ortschaften waren kaum zu erkennen. Kürzeste Verbindungen und Überlappungen? Rate mal mit Rosenthal.
Für den Veranstalter offenbar besonders wichtig war der mehrfache Hinweis, dass man nach „FIA“ fahre.

Auch die Bordkarten bekam man erst 30 Minuten vor dem Start und waren grundsätzlich normal gestaltet; d.h. eine Seite für die Orientierungskontrollen, eine Seite mit den Angaben für die Zeiten, Wertungsprüfungen, etc.
Auffällig: Es war Platz für mehr als 100 Kontrollen je Bordkarte.
Und: Auf der Seite mit den Start-/Ziel-/WP-Zeiten gab es schon einige manuelle Verbesserungen bzw. Ergänzungen durch den Veranstalter.
Das große Problem, welches sich die ganzen zwei Tage bis zu den Endergebnissen durchziehen sollte: Auf Basis der Bordkarten (des ersten Tages) konnte man in keiner Weise erkennen, welche Kontrolle eine ZK war und welche nicht. Die ZK waren jedoch massiv strafbewehrt.
Am zweiten Tag hatte der Veranstalter dieses „Problem“ offenbar erkannt, und die Bordkarten mit kleinen Pfeilen entsprechend ergänzt. Jetzt konnte man schon erkennen, was ZK war und welche Zeiten nur einen allgemeinen informatorischen Charakter hatten. Einen Aushang oder eine sonstige offizielle Information hierzu gab es jedoch nicht.

Bordkarten Freitag/Samstag im Vergleich. Alle manuellen Eintragungen und Ergänzungen stammen vom Veranstalter bzw. von den Streckenposten. Auch die kleinen Pfeile auf der gelben Karte.
Note: 5
Aufgabenstellung
Die (Orientierungs-) Aufgaben umfassten
Tag 1
Sektion I: Bordbuch nach FIA
Sektion II: Folienskizze
Sektion III: Punktskizze
Sektion IV: Folienskizze
Sektion V: Kartenschnitzel
Tag 2
Sektion VI: Bordbuch nach FIA
Sektion VII: Folienskizze
Sektion VIII: Punktskizze
Sektion IX: Folienskizze
Bei den Folienskizzen musste man die einzelnen, auf Transparentfolie gedruckten Aufgabenteile auf die schwarz-weiße Karte übertragen und abfahren. Bei den Punktskizzen (korrekt: Drehpunktskizze) war das analog zu lösen, hier mussten die Punkte auf einem fahrbaren (doppellinigen) Wege liegen. Alle Aufgabenteile galt es dann zu verbinden und auf kürzestem Weg abzufahren. Fun Fact: die Beispielaufgaben beim Beifahrerseminar waren in Farbe…
Soweit so gut. Die schlechte Qualität der Karten war wenig hilfreich. Die größte Herausforderung war es, den jeweiligen Startpunkt zu finden. Dann konnte man darauf eigentlich immer ganz gut aufbauen.
Es gab leider sehr wenige Orientierungskontrollen (OK, Stumme Wächter). Diese hingen oftmals an der offenen Strecke und am ersten Tag immer an der Absperrung vor einer WP.
In den am Vorabend vieldiskutierten Überlappungen hing in den meisten Fällen keine OK. Eine DK gab es über 480 km nur an einer einzigen Stelle. Das stand in krassem Wiederspruch zu den Aussagen des Fahrtleiters, dass alle Überlappungen mit einer DK kontrolliert werden. Diese Aussage war ganz einfach falsch. Im Rahmen des Beifahrerseminars wurden offenbar vor allem Märchen erzählt.
Am Ende gab es auch in Summe nur 48 stumme Wächter auf 480 km Strecke. Je Fehl-Kontrolle wurden 5 Strafpunkte vergeben. Im Kontext von 1.500 bis 15.000 Gesamtstrafpunkten ist das ein (schlechter) Witz.
Eine weitere Herausforderung war es, die Strecke im Rahmen der Wertungsprüfungen zu finden. Diese waren alle (14) mit dem „Veranstalteraufschrieb“ dargestellt. Dieser wurde nur am Vorabend rudimentär erläutert. Die angekündigte „ergänzende Kartendarstellung“ war die jeweilige Folienskizze auf der unscharfen Karte.
In den meisten Fällen ging es in den Prüfungen mehr oder weniger nur geradeaus. Vor der Mittagspause am zweiten Tag und bei der letzten Prüfung am Samstag mussten jedoch auch Schleifen bzw. eine Abzweigung gefahren werden. Hier war man ohne Hilfsmittel ziemlich aufgeschmissen.
Das gilt insgesamt für die Orientierungsaufgaben. Eigentlich ganz gut gedacht, aber ohne eine Tracking App wie z.B. „MyTracks“ kaum lösbar, vor allem nicht innerhalb der Zeitvorgaben.
Note: 4-
Wertungsprüfungen
Die insgesamt 14 Zeit-Wertungsprüfungen waren grundsätzlich gut gemacht. Sie fanden auf abgesperrten Straßen mit schöner, teilweise spektakulärer Streckenführung statt – Serpentinen inklusive. Da kann man nicht meckern.
Was Sollzeitprüfung und was „echte“ GLP war, blieb allerdings unklar. Eine korrekte FIA-Beschilderung gab es nirgendwo.
Angeblich hatte die Genehmigungsbehörde gelbe Schilder vor dem Ziel, an denen man abwarten kann, aus „Umweltschutzgründen“ abgelehnt. Soll man das glauben? Jedenfalls entstand der Eindruck, dass man die Teilnehmer hier in die Falle laufen lassen wollte. Gemessen wurde immer am Ende der WP – mal mit, mal ohne rotes Schild.
Je WP setzte der Veranstalter etwa fünf bis sechs Personen ein. Warum die Ergebnisse per Funk übermittelt und am nachgelagerten Stopp-Posten in die Bordkarte eingetragen wurden – oder auch nicht, siehe letzte WP mit leerem Funkakku –, erschließt sich nicht. Bei machen WP-Stopps wurden zwei Zeiten eingetragen, an manchen nur eine Zeit.
Noch einmal: Alle Helfer waren freundlich und engagiert. Der organisatorische Ablauf wirkte dennoch jederzeit wackelig.
Laut Ausschreibung war außerdem an beiden Tagen mindestens eine technische Fahrprüfung vorgesehen. Diese fiel ohne Begründung komplett aus.

Note: 2
Verpflegung und Ambiente
In dieser Kategorie hatte der Veranstalter mit „Full-Service-Paket“ und „exklusivem Rahmen- und Abendprogramm“ besonders dick aufgetragen.
Gemessen daran blieb wenig übrig. Verpflegung und Ambiente entsprachen weitgehend dem Niveau einer normalen Oldtimerrallye. Exklusiv war hier nichts.
Die Halle in Blankenheim war eher rustikal. Die angekündigte Abendveranstaltung auf der Burg fiel ohne Begründung aus. Stattdessen gab es am Samstagabend Klampfenmusik von „Der Schöne und das Biest“, die aus meiner Sicht verzichtbar war. Zum Glück war schönes Wetter, sodass man sich draußen am See die Zeit vertreiben konnte.
An keinem der beiden Tage gab es Frühstück. Das war allerdings auch nicht versprochen worden.
Die Mittagspause in Bad Münstereifel war sehr schön und das Essen ausgesprochen lecker.
Das „exklusive Abendessen“ am Freitag bestand aus einem frischen Burger vom Grill. Lecker, aber wenig stilvoll. Alkoholische Getränke musste man selbst bezahlen.
Ein kleiner Höhepunkt war die Mittagspause am Samstag in einem frisch renovierten Bürgerhaus, direkt am Friedhof: liebevoll, stilvoll und lecker. Leider hatte man nur 30 Minuten Zeit.
Vom angekündigten Abschlussevent auf der Burg blieb nichts übrig. Stattdessen gab es ein umfangreiches Buffet in der eher schrottigen Halle. Super Essen, aber null Ambiente.
Zum „exklusiven Rahmenprogramm“ gehörte außerdem eine angekündigte „Firmenführung in einem modernen Motorsportbetrieb“.
Auch hier: Fehlanzeige.
Gemeint war offenbar die Kaffeepause bei Manthey Racing am Nürburgring. Als wir ankamen, war bereits Feierabend. Andere Teilnehmer berichteten von Kaffee und Kuchen in den Büroräumen. Eine Firmenführung fand definitiv nicht statt.
Note: 4-
Auswertung und Ergebnisaushang
Ein weiteres dunkles Kapitel. Am Ende des ersten Tages gab es … nichts. Keine Ergebnisse, keine Tageswertung. So konnte man auch kaum für den nächsten Tag lernen.
Am Ende des zweiten Tages wurde irgendwann ein Gesamtergebnis mit der Summe der Strafpunkte ausgehängt.
Das war´s.
Eine Art von „offizieller Aushang“ gab es ja sowieso nicht.
Auf Basis dieses Gesamtergebnisses (Summe der Strafpunkte) wurde dann die Siegerehrung durchgeführt. Wir hatten keine Chance, unser Ergebnis vorher nachzuvollziehen und evtl. Unklarheiten mit dem Fahrtleiter zu besprechen.
30 Minuten-Regelung? Schiedsgericht? Fahrerverbindungsmann? What´s that?
Der Bestplatzierte hatte ca. 1.500 Strafpunkte. Der Letztplatzierte in Wertung hatte ca. 15.000 Strafpunkte. Keine Ahnung, was diese grotesk hohen Strafpunkte sollen. Es gab offenbar auch keine Maximalstrafpunkte bei den Wertungsprüfungen, so wie wir Küstenbewohner es eigentlich kennen.
Im Nachgang konnte man seine Ergebnisse im Detail online abrufen. Siehe hier: LINK
Das finde ich im Grundsatz gut gemacht, aber unsere Ergebnisse kann ich auch mit diesen Informationen nicht wirklich nachvollziehen. Es wird zumindest im Nachgang klar, was als ZK und was als SZP und was als GLP gemeint war.
Hätte der Veranstalter das mal vorher vernünftig kommuniziert, wären die Ergebnisse sicherlich anders ausgefallen.
Von 65 gestarteten Teams wurden am Ende nur 42 Teams gewertet. D.h. 35% der Teams wurden mit dem Vermerk „ausgeschieden“ verabschiedet. Eine solche Quote ist absolut untypisch und sollte dem Veranstalter zu denken geben.
Note: 5
Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung
Die Siegerehrung selbst war stilvoll und launig gestaltet. Jedes platzierte Team wurde angemessen gewürdigt, die Stimmung war gut.
Die Pokale waren nicht wirklich exklusiv, aber immerhin auch nicht die „üblichen Pötte“.
Eine Nachbetreuung entfällt für mich. Mein Bedarf an Kontakt ist gedeckt.
Note: 2
Anmerkungen und Besonderheiten
Leider hatten wir bei dieser Veranstaltung viel Pech.
Kurz vor der Veranstaltung fiel unser eigentlich vorgesehenes Rallyefahrzeug mit einer defekten Zündspule aus. Daher wechselten wir auf den BMW.
Nach rund 17 Kilometern am ersten Rallyetag hatten wir direkt vor WP 1 einen massiven Kühlmittelverlust. Zum Glück machte uns ein anderer Teilnehmer darauf aufmerksam.
Mein Fahrer ist technisch sehr versiert, doch ohne Ersatzteil ließ sich der Schaden nicht beheben.
Was tun?
Den ADAC per App kontaktiert und gleichzeitig den Fahrtleiter angerufen. Laut Ausschreibung sollte schließlich ein spezielles ADAC-Pannenfahrzeug vor Ort sein: „ADAC-Pannenhilfe und technische Betreuung durch ein Oldtimerservicefahrzeug während der gesamten Veranstaltung“.
Den Fahrtleiter erreichten wir. Er wollte jemanden vorbeischicken.
Es passierte: nichts.
Weder kam ein Fahrzeug des Veranstalters, noch meldete sich später jemand bei uns.
Der ADAC-Mitarbeiter kontaktierte uns dagegen telefonisch, besorgte passende Teile und konnte helfen. Der Kühlerschlauch hielt den Rest der Fahrt, auch wenn wir mehrfach Wasser nachfüllen mussten und zeitweise die Heizung für zusätzliche Wärme im Innenraum sorgte.
Vielen Dank an die Teilnehmer, die helfen wollten und Tipps gaben.

Durch die Panne verloren wir massiv Zeit. Zeitweise war ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Zum Glück entschieden wir uns weiterzufahren.
Zunächst mussten wir den Schlusswagen einholen, denn WP und Schilder wurden bereits abgebaut. WP 2 erreichten wir nicht mehr rechtzeitig.
Die Mittagspause lief dagegen noch, und wir konnten dort sogar die vollen 45 Minuten verbringen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir wieder „im Rennen“ und rollten das Feld von hinten auf.
Bei der ausgefallenen Kaffeepause hatten wir bereits etwa 13 bis 15 Fahrzeuge hinter uns. Am Ende landeten wir noch auf Gesamtrang 16.
Eigentlich ziemlich sensationell.
Geholfen hat uns das Chaos an WP 1, wo bei einer nur 300 Meter langen Prüfung im Abstand von etwa drei Minuten gestartet wurde. Dadurch entstand ein extremer Rückstau und unsere Ausfallzeit fiel weniger stark ins Gewicht.
Am zweiten Tag hatten wir verstanden, was die Fahrtleiter von uns wollten, und konnten uns bei den WP darauf einstellen. Die Ergebnisse waren nun sehr gut.
Ohne die Panne wären wir vermutlich weit vorne gelandet. Top 5? Möglich.
Leider gab es keine Tageswertung.
./.
FAZIT
Bei der erstmaligen Durchführung der Oldtimer-Rallye „um den Preis der Ahrquelle“ passte vieles nicht zusammen. Vor allem Anspruch und Wirklichkeit.
Wer die „Mille Miglia der Eifel“ organisieren möchte, sollte zunächst die Basics beherrschen.
Die Idee, sich an klassischen Rallyes der 1960er- und 1970er-Jahre zu orientieren, hat durchaus Charme. Aber gut gedacht ist noch lange nicht gut gemacht.
Der Knackpunkt bei Aufgabenstellung und Wertung war die schlechte und uneindeutige Kommunikation – insbesondere bei der Frage, was eine ZK ist und was nicht. Auf rund 480 Kilometern Strecke passierte zu wenig, und wenn etwas passierte, musste man häufig raten, was eigentlich gewollt war.
Auch beim „Full-Service-Paket“ und dem „exklusiven Rahmenprogramm“ wurde deutlich mehr versprochen als gehalten. Dass dafür sogar die Ausschreibung im Nachhinein geändert wurde – Stichwort Feier auf der Burg –, wirft zusätzlich kein gutes Licht auf die Veranstalter.
Positiv bleibt: Wir hatten trotzdem viel Spaß, sind mit Platz 16 trotz unserer Panne sehr zufrieden und haben viele nette und engagierte Helfer kennengelernt.
Meine Empfehlung für die Zukunft:
Kleinere Brötchen backen. Aus den Fehlern lernen. Weniger ist mehr.
Mehr Sein als Schein.
Gesamtnote: 5
IMPRESSIONEN















Stichwort: Exklusives Rahmenprogramm.












Schöne Fotos von unterwegs von Daniel Schimmel (DGS Foto)






AUFGABEN
Beispiele für „Roadbook nach FIA“



Beispiele für Folienskizze



Beispiele für Drehpunktskizze



Beispiele für Kartenschnitzel



Beispiele für WP Fahren nach Aufschrieb




Epilog
Zu den schönen Seiten des Rallyewochenendes in der Eifel gehörte sicherlich das nette Zusammensein mit den Kollegen aus OWL und Umgebung abends bei leckeren Kaltgetränken am See/Weiher in Blankenheim. Dort stand vor der Halle eine Art mobile Getränkestation und ein Stand von Dagernova. Fand ich stilvoll, das Bier aus der Region sehr lecker. Ein gemeinsames Feindbild schweißt auch irgendwie zusammen 🙂
Sehr empfehlenswert auch das Lokal "AhrZeit Café & Weinbar" von Charly auf der anderen Uferseite. Hier gibt es wirklich ein sehr schönes Ambiente und tolles Essen. Mal was anderes.
Nicht empfehlen kann ich das "Hotel Finkenberg", das ist zwar fußläufig erreichbar gewesen und liegt eigentlich sehr schön. Ist aber leider seit ca. 50 Jahren nicht mehr renoviert worden. Sozusagen Kernschrott und ich habe mich selten in einem Hotel-Badezimmer derart geekelt.










Einen haben wir noch: Finale Pokalübergabe zur Independent Winter Ori an Dirk Kamps- herzlichen Glückwunsch!!!