VERANSTALTUNG

40. Hagen Klassik – Internationale Hagener Oldtimer Rallye

HAC Hagener Automobil-Club 05 im ADAC e.V.

23.05.2026 (Pfingstsamstag)

TEAM

H.G. Sonnendecker / Frank Schäfer

auf

Volvo P121 Amazon

Ausschreibung als sportliche sowie tourensportliche Oldtimerrallye, gemäß den aktuellen Bestimmungen des ADAC OWL und ADAC Westfalen (sowie gem. Oldtimer Cup NRW). Insgesamt 74 Teilnehmer, davon 17 Sportler und 57 Tourensportler (früher: Touristen).

Bestes Sommerwetter, für einen Tag im Oldie ohne Klimaanlage eigentlich schon zu heiß, daher mit Kühltasche an Bord inkl. diverser Wasservorräte gut gerüstet.

TEILNEHMER-BERICHT

Organisation (vor und während der Veranstaltung)

Zum 40. Jubiläum ging die Hagen Klassik wie gewohnt an der Fernuniversität Hagen an den Start. Hier gibt es eine gute Kantine/Mensa und ausreichend Parkplätze. Die Mittagspause war mit der Oldtimer-Remise / Hof Keinemann auch gut und passend gewählt. Ausschreibung, Anmeldung und Nennliste wurden über das ADAC-Nennportal abgewickelt, welches seltsamerweise aber nicht in der TW-Sportsoft-Übersicht angezeigt wurde.

Am Veranstaltungstag selber verlief die Organisation weitestgehend problemlos. Unkomplizierte Papierabnahme, Start durch den Zielbogen und direkt in die erste SZP auf dem Uni-Gelände. Es gab wie immer, recht viele besetzte DK, die nicht nur einmal anzufahren waren. Auch bei den WPs hat im Grunde alles funktioniert: Warum man allerdings eine Rollprüfung in einer engen Straße mit Gegenverkehr platzieren muss, erschließt sich mir nicht. Das sorgte für Unruhe, genau wie der lange Stau vor dieser Prüfung bei der zweiten Durchfahrt. Die Sollzeiten für die Vor- und die Nachmittagsetappen wurden im Vorfeld offenbar zu ambitioniert gewählt, so dass in beiden Etappen am Ende Zeitnot aufkam. Zeitnot ist bekanntlich der Stimmungskiller schlechthin im Cockpit. Am Ende wurde mit Zeitüberschreitungen an den ZK aber kulant umgegangen.

Note: 2-

Strecke

Die Veranstaltung in Hagen konnte in den Vorjahren immer durch eine wunderbare Streckenführung (Sauerland, Bergisches Land, Märkischer Kreis) überzeugen. Im Jubiläumsjahr ging es mal in eine andere, nord-östliche Richtung. Die Strecke war zwar durchaus interessant mit vielen historischen Gebäuden und imposanten Anlagen/Höfen – leider war man aber auch überwiegend innerhalb der Bebauung unterwegs. Viele Ampeln, Ortsdurchfahrten, Baustellen und vor allem Tempo30 Zonen. Wir schätzen den Anteil Tempo 30 auf ca. 60% der Strecke von insgesamt 190 km. Dazu noch der durchweg extrem schlechte Straßenzustand – das hat echt keine Freude am Fahren gebracht. Gerumpel und Gehoppel und immer wieder Stopp und Go. Ein Schnitt von 36 km/h war somit nicht machbar und es kam – siehe oben – Zeitnot auf. Auf die finale Ortsdurchfahrt in die Hagener Innenstand (*grusel*) wurde auch dieses Mal verzichtet- Gott sein Dank.

Note: 3-

Roadbook und sonstige Unterlagen

Im Hinblick auf die Fahrtunterlagen möchte ich ein großes Lob aussprechen, diese waren vorbildlich gestaltet (mal abgesehen von der Ausschreibung, die in Hagen nur so einen unverbindlichen formalen Charakter hat) .

Es gab zum einem ein gut gemachtes „Rallyejournal“, das man auch nach der Fahrt gerne zu Erinnerung aufhebt. Dann präzise, übersichtliche Durchführungsbestimmungen und ein hochwertiges Roadbook. In den Durchführungsbestimmungen wurden alle wesentlichen Punkte knapp und präzise beschrieben, auch wie z.B. der Ablauf eine geheimen, „grünen“ WP ist.

Das Roadbook verfügte über eine Spiralbindung aus Metall und war auf dickem Papier gedruckt. Vorne eine Übersicht mit allen relevanten FIA-Schildern. Die Kartenaufgaben mit gutem scharfen Druck (allerdings wie in Hagen üblich ohne A- und E-Markierungen). Für alle Zeit-WP gab es eine eigene Übersichtskarte mit „Aufsicht“-Darstellung (man vergleiche mit Herford und WLF), so sollte das sein.

Kritikpunkte: Was ein Pfeilwurm ist, wurde nicht erläutert und offenbar als bekannt vorausgesetzt. Die Zusatzaufgabe auf der Seite 13 war kein „Schachbrett“, sondern ein Chinesenlabyrinth. Hier fehlte m.E. der Hinweis, dass diese kleinen Aufgaben nach Karte zu fahren sind. Ich habe es nach Natur versucht und habe dazu den Hinweis im Bulletin „WP 4 direkt nach dem Schachbrett-Start ohne Abzweige fahren“ auch auf die Chinesen interpretiert. So war es aber nicht gemeint. Das hätte man am Kartenbild mit der Lupe durchaus erkennen können, so aber haben wir hier viel Zeit verloren (und am Ende doch noch die richtige Lösung gehabt).

Nach Drucklegung des Roadbooks sind dem Veranstalterteam offenbar noch einige Fehler im Detail aufgefallen: so gab es noch ein Bulletin mit diversen Korrekturen, eine Einlegseite 25a, sowie weitere handschriftliche Änderungen oder Ergänzungen im Roadbook. Das ist misslich, mit etwas Nachdenken oder auch Nachfragen konnte man damit aber gut umgehen. Der Wille zu einer hohen Qualität war auf jeden Fall erkennbar, wenn auch die finale Kontrolle vielleicht früher hätte erfolgen können.

Note: 1-

Aufgabenstellung

Wie in Hagen üblich, gab es für die „Sportler“ durchgängig nur Kartenaufgaben, einmal ergänzt durch das Chinesenlabyrinth. Das Anspruchsniveau hat m.E. gut gepasst. Am Ende hat kein Team null Fehler gehabt (auch weil die Baumaffen z.T. versteckt im Gras standen), es gab aber auch keine langen Rätseleien oder Hirntod im Hitzestau. Auf Fahrtleitermarkierungen wurde verzichtet, wobei es an zwei Stellen m.E. nicht fahrbare Stellen gab, die exakt nach einer Retusche aussahen. Hier haben wir Zeit verloren bei der Suche nach nicht vorhandenen Kontrollen, aber keine Strafpunkte kassiert. In Hohenlimburg wollten wir ein rotes Aufgabenteil fahren, was jedoch eigentlich ein öffentliches Gebäude ist. Auch mit der Lupe, war ich mir 100% sicher, dass es ein Aufgabenteil ist. Hier waren wir am Ende schrottgenervt und haben viel Zeit verloren. Diese Stelle ist Ortskundigen offenbar bekannt, ein Hinweis wäre ggf. sinnvoll gewesen.

Sehr gut gefallen hat mir der Verzicht auf Kontrollen in Form von OE- oder Weiler-Schildern, auch im Sinne der Auswertung. Dafür gab es mehr Selbststempler.

In der tourensportlichen Wertung sah die Sache schon anders aus. Hier wurde, ebenfalls wie in den Vorjahren, überwiegend nach Chinesen gefahren. Wie mit viele Teilnehmer glaubhaft berichtet haben, hat die Kilometrierung der Chinesen an vielen Stellen vorne und hinten nicht gestimmt. Die Stimmung der Tourensportler war dadurch bedingt doch recht schlecht (O-Ton eines mir bekannten Teilnehmers in der Klasse TS: „Jeder Weg zu meinem Kühlschrank ist interessanter als die Strecke in Hagen“). Hinzu kam, dass es bei den Tourensportlern extrem wenig Kontrollen gab: Vormittags waren auf ca. 90 KM mal ganze 13 Kontrollen platziert. Das hätte mir auch überhaupt nicht gefallen, für die sportliche Wertung kann ich aber ein sehr positives Feedback geben.

Note: 1-

Wertungsprüfungen

Während der Fahrt wurden sechs Zeit-Wertungsprüfungen durchgeführt, alle auf Parkplätzen/Werksgeländen oder in wenig befahrbaren Gewerbegebieten. Die Beschilderung war einwandfrei.

Hinzu kamen dann noch zwei geheime Kurz-WP, die sehr trickreich in eine andere WP integriert waren. Man konnte es ahnen, aber gerade beim zweiten Mal bei HFS war das schon ziemlich tricky gemacht. Wie oben schon beschrieben: Rollprüfung, naja, und dann auch noch mit Teilnehmergegenverkehr. Da sind Komplikationen vorprogrammiert.

Ablauf und Beschilderungen aller WP waren im Roadbook vorbildlich beschrieben, so dass man vor Ort nicht überrascht wurde oder rätseln musste.

Note: 2

Verpflegung und Ambiente

Mensa? Naja. Man ist ggf. geneigt so zu denken. Aber, wie wir es aus den Vorjahren kennen, ist die Verpflegung bei der Hagen Klassik zum Frühstück und zum Abendessen durch den Caterer „Dickhut“ sehr gut und professionell ausgestaltet.

Mit der Mittagsrast hat man in Hagen eher selten gute Erfahrungen gemacht. Der Ort war 2026 jedoch passend und stimmungsvoll gewählt, die angebotene Wurstverpflegung fand ich auch ok.

Abends dann wieder die Mega-Schlange, weil man hier auf die individuelle Speisenauswahl an der Ausgabestelle setzt. Total nervig, ändert aber nichts an der Qualität der Speisen, es gab sogar Spargel.

Note: 1

Auswertung und Ergebnisaushang

Der geneigte Leser ahnt es, jetzt kommen wir zu einem schwierigen Kapitel. Nicht nur in Hagen wird bei der Auswertung/dem Ergebnisaushang gerne und oft geschwächelt. Es handelt sich um die fast schon traditionelle Achillesferse eine Oldtimerveranstaltung. Die diesjährige Hagen Klassik war da leider keine Ausnahme.

Im Einzelnen: die Aushänge der Musterbordkarten waren schnell verfügbar (klassischer Papieraushang an Metaplanwänden), und es gab aus unserer Sicht wenig Diskussionsbedarf. Leider wie bisher keine Musterlösungen für die Kartenskizzen. Die Ergebnisse der Zeit-WP dauerten schon länger. Hier gab es insbesondere bei den WP 3/3.1. und 6/6.1. Probleme unbekannter Art. Das dauerte schon länger… Dann wurden die Gesamtergebnisse ausgehängt. Tja, wir hatten auf der Detailseite einer WP 0,65 Strafpunkte, auf der Gesamtübersicht an genau dieser WP dann aber 5,00 Max.-Strafpunkte. Das konnte nun wirklich nicht stimmen. Also, Rückfrage. Anderen Teams ging es genau so, so dass insgesamt viele Rückfragen bearbeitet werden mussten und Korrekturen erfolgten.

Soweit ich das beurteilen kann, war die eigentliche Auswertung immer ok/korrekt, aber bei der Zusammenstellung der Ergebnisse sind diverse (Übertragungs-)Fehler passiert. Das ist schade, vor allem deswegen, weil sich die Veranstalter aus meiner Sicht wirklich Mühe gegeben haben. Die Kommunikationsprobleme aus den Vorjahren gab es dieses Mal überhaupt nicht, vielmehr hatte ich das Gefühl, dann man im Sinne der Teilnehmer agieren wollte, dabei aber immer wieder mit dem (selbst) gewählten Zusammenarbeitsmodell in Konflikt kam.

Note: 3+

Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung

Die Siegerehrung hat unter der massiv verzögerten Auswertung, siehe oben, gelitten. Viele Teams waren schon abgereist. Es war warm und alle irgendwie schon KO. Der Ablauf war etwas chaotisch, aber auch sympathisch unperfekt. Ich habe eine neue Ehepartnerin gefunden und es durfte gelacht werden, was nach so einem Tag auch Spannung rausnimmt.

Die Pokale waren leider nicht schön, das ging in Hagen schonmal deutlich besser. Auch gab es keinerlei Sonderpreise oder Andenken/Plaketten zur Jubiläumsfahrt. Zu diesem Anlass hätte ich mehr Lametta erwartet.

Note: 3-

Anmerkungen und Besonderheiten

Ich schreibe aus der Perspektive Wertungsgruppe SPORT. Die Tourensportler werden das aufgrund der fehlerhaften Kilometrierungen der Chinesen und der langweiligen Aufgabenstellung wahrscheinlich anders sehen. Wer einen Gastbericht dazu schreiben möchte: gerne.

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FAZIT

Zum 40. Jubiläum hat sich das Veranstalterteam der Hagen Klassik erkennbar Mühe gegeben, was in weiten Teilen funktioniert hat. Besonders positiv erwähnen möchte ich das Roadbook, die Aufgabenstellung sowie die Kommunikation im Rahmen der Auswertung. Leider hat es an einigen Stellen dann doch gequietscht, Stichwort excelbasierte Ergebniszusammenstellung. Die Strecke war mal anders, aber Tempo30-verseucht. Hier waren wir in den vergangenen Jahren in Hagen deutlich besser unterwegs gewesen. Das Ambiente der Lokalitäten sowie die Verpflegung waren auf sehr gutem Niveau. Insgesamt wohl die besten Hagen Klassik, an der ich bisher teilgenommen habe.

Gesamtnote: 2

IMPRESSIONEN

Voller (Körper-)Einsatz auch bei den senioren Teilnehmern. Ganz wie früher 🙂

AUFGABEN (Beispiele)