VERANSTALTUNG

Eisbär Ori

von: Britta, Georg, Hans („BGM)“ – private Veranstaltung

21.02.2026

TEAM

Hans-Georg Sonnendecker / Frank Schäfer

auf

BMW 330d xdrive

Auch 2026 mussten wir – 2 Jahre nach unserem Sieg in Klasse „A“ – in der schweren Klasse „B“ für die Profis starten. Dieses Mal gingen insgesamt 18 Teams an den Start in Bleialf, davon 6 in „A“ und 12 in „B“. Das Hotel Zwicker war durch die Ori-Fahrer komplett belegt.

Während wir im Vorjahr strahlenden Sonnenschein hatten (siehe Bericht 2025) hat es dieses Mal komplett durchgegallert. Die Scheibenwischer wurden um 10:07 h angestellt und erst am späten Nachmittag im Ziel wieder abgeschaltet. Diverser Restschnee lag auf Höhen von über 600 Meter, aber die Straßen waren überwiegend gut befahrbar.

TEILNEHMER-BERICHT

Organisation (vor und während der Veranstaltung)

Kinder, wie die Zeit vergeht. Auch die Eisbären sind schon 20 Jahre mit ihrer Ori am Start. „Haben wir immer schon so gemacht“ bzw. „business as usual“ kann schonmal schief gehen. Aber nicht bei dieser Veranstaltung. Wie bisher komplett stressfreie und sehr gute Organisation & Kommunikation.

Note: 1

Strecke

Die Streckenführung orientierte sich am Verlauf von 2024, die Mittagspause war wieder im Restaurant An Terres´e in Meyerode. Es kam aber keine Langeweile auf. Die Landschaft ist klasse, viele Berge, Wälder, Landwirtschaft und kleine gepflegte Ortschaften. Vom Weitblick bekam man aufgrund des bescheidenen Wetters nicht viel mit, der Fahrer hat aber viel Spaß gehabt in den Serpentinen. Der Beifahrer hat am Start zur Vorsicht erst mal eine Tablette gegen Übelkeit genommen… Echte Matschwege kamen nicht vor (wenn man richtig gefahren ist), aufgrund des Wetters war trotzdem erstmal Wäsche nach dem Zieleinlauf angesagt. Nach wie vor sagenhafte Strecken, wo man immer wieder staunt, wie der Fahrtleiter das austüftelt. Bei dieser Fahrt haben wir en passant herausgefunden, dass auch ein moderner Diesel ein Säufer sein kann, wenn er bei einer Ori eingesetzt wird: 9,5 Liter statt 6,5 Liter Durchschnittsverbrauch. Am Ende hat es (knapp) bis ins Ziel gereicht. Die Gulf-Tankstelle in Belgien hatten wir vorher (zu) selbstsicher verschmäht.

Note: 1

Fahrtunterlagen

Siehe Vorjahre: Bei dieser Ori geht es um das Wesentliche. Neben übersichtlichen Fahrtbestimmungen gab es insgesamt fünf DIN-A4 Seiten mit 20 kleinen Kartenskizzen. Da im Bereich der Halbpfeile (siehe weiter unten) auch einlinige Wege/Straßen relevant waren, musste man gut hinschauen und schonmal die Lupe einsetzen. Bei der Lösung der Aufgaben ist man aber nicht am „Kleingedrucken“ auf den Karten gescheitert, die wieder sehr scharf gedruckt waren.

Note: 1

Aufgabenstellung

„Nicht schwer – aber zügig“, das ist das Motto für die Aufgabenstellungen in beiden Klassen. Nach meinem Eindruck hat der Fahrtleiter nach dem letzten Jahr den hohen Anspruch wieder etwas zurückgenommen. Man sah dieses Jahr weniger Teams, welche die Karenz in Anspruch nehmen mussten. Wir sind allerdings in der Mittagspause erst knapp eine Minute vor der Zielzeit eingetroffen („Wo ist das Ziel?“).

Zügig bedeutet bei der Eisbär-Ori konkret:

Etappe 1: 110 KM in 165 Minuten + 60 Minuten Karenz

Etappe 2: 80 KM in 120 Minuten + 45 Minuten Karenz

Das macht einen 40er Schnitt. Für eine solche Ori eine echte Ansage, viel Nachdenken ist hier nicht, wenn man in der Karenz bleiben will. Die Aufgabenvielfalt war etwas reduziert. Wie bei einer Ori üblich, durfte man gegenläufig fahren und auch Kreuzen ist erlaubt. Allerdings galt für B auch: Punkte nur genau einmal anfahren, Pfeile nicht entgegengesetzt fahren. Und was Besonderes für die Striche: nach dem erstmaligen Befahren dürfen Striche in Fahrtrichtung nur noch komplett und in Gegenrichtung nur noch teilweise befahren werden. Das galt dann die komplette Strecke über von Start nach Ziel. Klar, dass man auf der Rückfahrt von der Mittagspause höllisch aufpassen musste.

Auf Experimente mit geraden und ungeraden Aufgaben etc. wurde verzichtet, dafür kam aber ein weiterer Aufgabentyp zum Einsatz, von dem ich zwar schon gehört hatte, den ich jedoch bisher noch nie gefahren bin: Halbpfeile! Diese wurden aber, sehr löblich, im Fahrerbrief mit Beispiel erläutert. Es ist so eine Art Grenzannäherung in Pfeilform. Man muss sich dem Halbpfeil möglichst eng nähern und durfte bei der Eisbär Ori dazu auch einlinige Wege fahren. Hier hat der Fahrtleiter diverse kleine und kleinste Ecken eingebaut. Es ging um einzelne Häuser herum und ein Baumaffe hing in (!) einer Hecke. Insgesamt haben wir uns mit den Halbpfeilen viel leichter getan, als befürchtet.

Eine schöne Abwechslung, die ich mir auch im normalen Oldtimersport gut vorstellen könnte.

Note: 1

Wertungsprüfungen

Eine reine Ori kennt keine Wertungsprüfungen. Es braucht jedoch eine Regelung für einen Gleichstand bei den Orientierungsaufgaben. In den Vorjahren kamen die Karenzzeiten in Wirkung. Dieses Mal sind die meisten Teams innerhalb der Sollzeit geblieben, zudem gab es Gleichstände in der Ori. Nun wurde berücksichtigt, welches Team ab Start längere Zeit fehlerfrei geblieben ist. Das ist üblich und geht ok. In der Gruppe A hat dann doch die Karenz entschieden, hier lagen Platz 1 und 2 nur extrem knappe 0,2 Punkte auseinander. Man munkelt, das Team auf Platz 2 hätte mit Absicht vor dem Ziel etwas gewartet, um nicht als Platz 1 dann 2027 in Klasse B antreten zu müssen 🙂

Note: ./.

Verpflegung und Ambiente

Start- und Ziellokal war erneut das Hotel-Restaurant Zwicker in Bleialf, ich kann auf die Berichte aus 2024 und 2025 verweisen. Auch wenn die Preise angezogen haben, immer noch eine gute Unterkunft, renovierte Zimmer, sehr gute Gastronomie. Im Rahmen der Mittagspause konnte neben der leckeren Gulaschsuppe, handserviert im Porzellan, wieder belgisches Bier und Kaffee mit Eierlikör verkostet werden.

Zum schönen Ambiente zähle ich auch die Sachpreise für alle Teilnehmer und natürlich die dieses Jahr besonders schönen Eisbären für die ersten Plätze.

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Note: 2+

Auswertung und Ergebnisaushang

Wie im Vorjahr waren wir ca. 15.45 h wieder im Ziel. Eine zweite Übernachtung wäre im Prinzip eigentlich gar nicht nötig. Wie bei den Eisbären üblich, gab es direkt die gedruckte Musterlösung nebst Musterbordkarte in die Pfote, während das Orgateam noch fleißig auswertete.

Ich hatte dieses Mal eigentlich ein gutes Gefühl: mit den Halbpfeilen gut klar gekommen, die weißen Schilder in Belgien erkannt, viele Fallen gesehen, wenig bis kein Stress. Tja. Gutes Gefühl = sch**** Ergebnis, eine alte Fahrtleiterweisheit. In der Diskussion mit dem Team aus Rothenuffeln wurden mir einige Fehler bewusst. Zudem 2-3 Stellen, die mir unklar waren und blieben.

Die familiäre Atmosphäre erlaubt es dem Fahrtleiter, an die einzelnen Tische zu kommen und die Teams individuell zu betreuen. Das ist MEGA. Und wie immer: am Ende ist man (ich) selber der „Doofe“ und man (ich) muss einsehen, dass es dann noch die Falle in der Falle in der Falle gab, wenn (ich) schon stolz war, die erste Falle entdeckt zu haben. Das galt besonders für den Abschluss der Fahrt kurz vor und in Bleialf. Da habe ich zwei kleine Fahrtleitermarkierungen übersehen, was uns nicht nur den Matschweg einbrachte, sondern auch satte 5 Fehlkontrollen.

Zitat Fahrtleiter: „Auf der zweiten Bordkarte warst Du nur am Ende schlecht“ 🙂 🙂 🙂 Die Bewertung der diversen Folgefehler erfolgte sehr kulant und fair.

Note: 1

Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung

Eisbär-Ori ist Kult: neben der spektakulären Strecke, den Aufgaben und dem Start-/Ziellokal zählt sicherlich die Siegerehrung dazu: Sachpreise für alle Teams aus den Händen einer echten Eisbärin!

Humor gehört unbedingt dazu, was den besonderen Charme dieser Ori ausmacht.

Note: 1+

FAZIT

20 Jahre Eisbär Ori, wir waren zum dritten Mal dabei und haben wieder viel Spaß gehabt. Wer Oris und tolle Landschaften mag, ist hier gut aufgehoben. Von den üblichen, eher nüchternen, Ori-Veranstaltungen, hebt man sich in Bleialf durch den stimmungsvollen Rahmen, die Kulinarik und den Humor ab. Der Anspruch ist und bleibt hoch, wobei sich der Fahrtleiter jedes Jahr neue Aspekte einfallen lässt. Langeweile kommt somit keine auf. Was wir dieses Jahr noch herausgefunden haben: in direkter Nähe des Ziellokals gibt es eine Tankstelle mit Waschanlage. Eine direkte After-Ziel-Wäsche ist bei der Eisbär-Ori durchaus angebracht…. 🙂

Gesamtnote: 1

IMPRESSIONEN

Aufgaben

Halbpfeile im Einsatz. Ein für uns neuer, sehr interessanter, Aufgabentyp. Ist uns nicht so schwer gefallen. Jedoch haben wir einmal eine Überlappung von zwei Halbpfeilen beim Kartenübergang übersehen.

In Etappe 1, Aufgabe 5 war am Losheimer Graben ein Kartenfehler zu bewundern. In Natur ein schöner, großer Kreisverkehr. Nach Karte eine etwas merkwürdige Kreuzung. Dazu Anfahrt mittels Halbpfeil. Hier müsste eine Falle versteckt sein… Über den Parkplatz versucht- geht nicht. Wie dann? Nach einigem Diskutieren haben wir uns für die Weiterfahrt „K3“ entschieden, was natürlich falsch war.

Leider habe ich total übersehen, dass neben dem Kreisverkehr, hinter den Häusern, noch diese Straßentangente verläuft. Man hätte eine Schleife fahren müssen und dann noch eine Ehrenrunde im Kreisverkehr nehmen. Oje.

Erste und letzte Aufgaben von und nach Bleialf. Hier hat der Elefant bzw. der Eisbär das Wasser gelassen.

Den roten Punkt aus Aufgabe 1 musste man in Aufgabe 20 umfahren, klar. Aber wie? Zunächst oben über Radscheid, auch klar. Dabei aber leider direkt die Falle mit dem Strich aus Aufgabe 1 nicht bedacht. Und dann den Matschweg gefahren, obwohl zwei Fahrtleitermarkierungen angebracht waren. Wenn man es weiß, klar zu erkennen. Haben jedoch viele Teilnehmer nicht gesehen, so kurz vor dem Ziel, ggf. noch mit Zeitnot.

Tatsächlich hätte man die ganz große Schleife über Radscheid, Oberlachscheid, Niederlachscheid und Alferberg nehmen müssen. Ganz am Ende noch eine Schleife über die „7“. Das machte fünf Fehlkontrollen auf einen Streich und hat uns in den letzten 10 Fahrtminuten noch ziemlich das Ergebnis verhagelt, auch wenn der Fahrtleiter sehr kulant mit den Folgefehlern umgegangen ist. Dass die Straße unten mit dem Eisbärkopf gesperrt war, hätte uns eigentlich zu denken geben müssen. Hätte, wäre, wenn 🙂

Die Eisbär-Ori wurde präsentiert

von Auto-Service Grunow 🙂