
VERANSTALTUNG
31. Oldtimer Classics Düren
Dürener Motorsport Club e.V.
25.05.2026 (Pfingstmontag)

TEAM
Hans-Georg Sonnendecker / Frank Schäfer
auf
BMW 528i (E28)
Ausschreibung der Fahrt in den Wertungsgruppen Touristik und Tourensport. Der Veranstalter sprach morgens von einem Rekord-Nennergebnis, d.h. so viele Teams hätte sich noch nie angemeldet (71 Teams). Das lag sicherlich auch daran, dass die Fahrt zum zweiten Mal am Oldtimer-Cup NRW teilnimmt. In der Klassen Tourensport des Cups muss man in diesem Jahr (das ist neu) an mindestens einer Veranstaltung des ADAC Nordrhein teilnehmen, damit man in die Wertung kommt. Leider haben die Teilnehmer „von weiter weg“ (Cup TN Münsterland, OWL) bei dieser Fahrt ein wenig in die Röhre geschaut, siehe weiter unten. Der Veranstalter scheint gedanklich sehr in der Region verhaftet zu sein, denn in der Ausschreibung wurden nur der Euregio Classic Cup 2026 (ECC) und der Rheinland Pokal 2026 erwähnt, nicht jedoch, dass es sich auch um einen Wertungslauf zum OT-Cup NRW handelt.
Hochsommerliches Wetter an Pfingsten, bis zu 30 Grad. Daher viele Ausflügler und Motorradfahrer unterwegs. Insgesamt haben uns die Temperaturen aber weniger zu schaffen gemacht, mit einer Kühltasche an Bord für Getränke und – bedarfsweise – auch die Gerätschaft hatten wir aber auch gut vorgesorgt.
TEILNEHMER-BERICHT
Organisation (vor und während der Veranstaltung)
Die Oldtimer Classics Düren präsentiert sich gem. Ausschreibung als „Tourensportliche und touristische Ausfahrt durch die Eifel mit Sonderaufgaben und Gleichmäßigkeitsprüfungen für Automobile bis Baujahr 1996“. Die Art der Aufgaben/Prüfungen wird in der Ausschreibung mit keinem Wort erwähnt. Ich hatte mir daher die Roadbooks TS des Vorjahres 2025 besorgt, welche der Veranstalter freundlicherweise zugeschickt hat. Es handelte sich um eine Fahrt nach Chinesen sowie eingestreuten Kartenaufgaben. Letztere waren durchaus anspruchsvoll, aber ein einem gesunden Maße und ohne übertriebene Fallen. Dr. No und Gemahlin hatten 2025 teilgenommen und waren sehr angetan, nicht nur von den Aufgaben, sondern insbesondere vom Ambiente bei Start und Ziel sowie bei der Mittagspause auf Vogelsang. Da wir 2026 auch mal was anderes er-fahren wollen, fiel uns eine Anmeldung nicht schwer.
Was bei anderen Veranstaltung inzwischen sehr selten geworden ist, das gibt es in Düren noch: Start und Ziel im historischen Ambiente der Burg, Einbettung in ein Oldtimertreffen auf dem Markt mit vielen Zuschauern (leider keine WP dort) sowie Auftritt des Bürgermeisters.
Die Anmeldung und die -leider- auch diversen Umnennungen haben reibungslos funktioniert. Viele Vorab-Infos gab es nicht, jedoch die Möglichkeit, den Papier-Check In bereits am Vorabend vorzunehmen. Eine gute Idee, denn mit Start ab 9:01 Uhr und Eintreffen/Frühstück ab 07:30 Uhr handelt es sich um eine typische Rote-Augen-Veranstaltung, wo ich mich frage, ob das sein muss. Senile Bettflucht hin und her, aber Start ab 10 Uhr wäre doch auch machbar.
Auffallend war, dass es wenige Helfer und Posten gab (z.B. bei der Parkeinweisung), es gab keine besetzten DK (sondern viele Selbststempler) und auch bei den WPs gab es mehrere Selbststarts zur vollen Minute.
Die Fahrerbesprechung litt zu Beginn unter Tonproblemen, ohne Mikro ging es dann besser. Hier wurde die Chance vertan, eventuelle Besonderheiten für die (erstmaligen) Teilnehmer von weiter weg zu erläutern. Im Gegenteil: Die Wahl zum Schiedsgericht wurde als erledigt verkündet- wir hatten da wohl was verpasst?!! Sicherlich wäre es sinnvoll gewesen, auch einen Vertreter aus der Region OWL mit aufzunehmen und nicht nur Lokalmatadore. Es ist auch eher ungewöhnlich, dass das Schiedsgericht nur aus aktiven Beifahrern besteht. Ich kenne das eher so: Ein Team-Vertreter, ein Veranstaltervertreter, eine neutrale Person. Dann hat man alle Sichtweisen dabei.
Dann gab es Fragen, hier wurden wir unterbrochen und erstmal die Bedarfe der Lokalfürsten bedient. Erstes komisches Gefühl, dass man nicht umsonst in der Region vom „rheinischen Klüngel“ spricht.
Unterwegs hat die Organisation weitgehend funktioniert. Warum man die Teilnehmer jedoch bewusst abwechselnd T und TS starten lässt, erschließt sich mir nicht. Damit sind Behinderungen auf der Strecke vorprogrammiert. Gerade auch deswegen, da die Zeit-WP der Tourensportler mehrfach direkt nach touristischen WP (Gatter, Abstand, etc.) platziert waren.
Die letzte Wertungsprüfung war ein mit Pylonen abgesteckter Rundkurs in einem Gewerbegebiet in Düren („Glashütte“), Zeitbedarf je Team sicherlich 3 Minuten inkl. Einweisung. Es gab den ganzen Tag über keine Zeitvorgaben (keine ZKs, auch nicht bei der Mittagspause, man konnte nach 30 Minuten losfahren, wie/wann man wollte, – maximale Dauer der Pause 60 Minuten). So kam es, wie es kommen musste: Vor der WP in Düren eine ewig lange Schlange mit einem Rückstau von bestimmt 20 Fahrzeugen – in gleißender Hitze. Unsere Stimmung verbesserte sich nicht, als besagte Provinzfürsten vorbei fuhren und von den Helfern vorne an der Schlange an allen weiteren TN vorbei in die Prüfung gelassen wurden. Ja, man kennt sich und man hilft sich.
Note: 3
Strecke
Die Strecke führte von Düren aus in der Vormittagsetappe zunächst am Ostrand der Eifel in südliche Richtung bis nach Bad Münstereifel, dann über Nettersheim, Kall, Olef, Heimbach, Abenden, Nideggen zurück nach Düren.
Der erste Abschnitt war weniger schön, dafür gab es dann nach der Mittagspause umso beindruckendere Strecken, so wie man sich die Eifel auch vorstellt. Auf kleine und kleinste Wege wurde verzichtet, so dass man auch flüssig fahren konnte. Allerdings gab es vorwiegend „Ori im Ort“, d.h. chinesische Überführungsetappen und die Kartenskizzen lagen dann oftmals in einem Ort oder auch mal Gewerbegebiet.

Note: 2
Roadbook & sonstige Unterlagen
Während man den Fahrerbrief bei der Papierabnahme (morgens oder wahlweise schon am Vorabend) bekam, gab es das Roadbook erst zur Startzeit. Dann ging es direkt auf die Strecke – kein Problem, denn man hatte ja überhaupt keine Zeitnot. Der Fahrerbrief war übersichtlich und gut strukturiert, die Vorgaben für die Kartenaufgaben aus meiner Sicht klar formuliert. Auch das Roadbook professionell gemacht mit Spiralbindung, klarer Chinesendarstellung und Kartenskizzen mit einem sehr scharfen Druck.
Im Gegensatz zum Vorjahr waren die Vorgaben für die Zeitprüfungen im Roadbook enthalten (Art der WP, Sollzeit, Länge). Start und Ziel waren jedoch nicht in den Kartenskizzen oder im Chinesenroadbook mit den FIA-Schildern markiert. Insbesondere war uns somit nicht immer ganz klar, wo nun das Ziel genau ist. Auch war nicht vermerkt, wo ein gelbes Schild steht und wo nicht.
In der Ausschreibung gab es, siehe oben, keinerlei Hinweise auf die Art der Aufgaben, das wird hier scheinbar als bekannt vorausgesetzt.
Note: 2
Aufgabenstellung
Der chinesische Teil des Roadbooks bot keine großen Überraschungen oder Fallen, wenn man einmal vom Fehler direkt am Start absieht (T Stück rechts statt links – was allerdings direkt ins Verderben hätte führen können). Im Laufe der Strecke einmal rechts über einen Parkplatz, das war es schon.
In den Kartenskizzen ging es dafür umso heftiger zur Sache. Grundsätzlich: Fahren auf doppellinigen Wegen, kein Einbahnstraßensystem, Kreuzen erlaubt. Da muss man schon mal umparken im Kopf. Weiterhin: Es darf gegen Pfeile gefahren werden! Pfeile dürfen jedoch nach dem erstmaligen Befahren nicht mehr in voller Gegenlänge befahren werden. Ist ein Streckenteil gesperrt, z.B. durch ein Anlieger Frei-Schild, muss man die Fahrt neu planen, eine dort eventuell hängende Kontrolle aber aufschreiben. Wir kennen diese Art der Aufgabenstellung aus dem Orientierungssport (Eisbär-Ori, Bergische Depressionen, Peter Beckers).
Man muss sich jedoch immer wieder umstellen – vor allem war aber die Aufgabenstellung 2026 deutlich (!!!) anspruchsvoller als im Vorjahr. Das lag wohl daran, dass es 2025 einen anderen Fahrtleiter gab (dieser Teil der Fahrerbesprechung war auf Grund der Tonprobleme für uns nicht verständlich).
Wie dem auch sei, es wurde dieses Mal mit allen Tricks und Finessen gearbeitet: Fahrtleitermarkierungen en masse, winzige rote Punkte und immer wieder eher komplexe Interpretationen der kürzesten Strecke. Hier konnte man sich nicht nur verfahren, sondern war immer wieder mit der Frage konfrontiert: Was will der Fahrtleiter von Dir?!
Aufgrund der Unterlagen aus dem Vorjahr und der Einstufung als „Tourensport“ gerade auch im Sinne des OWL-Cup hatten wir definitiv ein anderes (niedrigeres) Level erwartet und haben einige Zeit gebraucht, um uns darauf einzustellen. Erst nach der Mittagspause hat das aus unserer Sicht besser funktioniert. Bis dahin gab es jedoch einige Hirntod-Momente. Aufgabe „Thum“ mit integrierter WP sowie einkopiertem, aber manipulierten Aufgabenteil war sicherlich der „Höhepunkt“. Hier haben wir das Gesuche und Gekreisel irgendwann abgebrochen.
Insgesamt waren die Kartenaufgaben schon sachkundig und gut gemacht, die Karten auch kristallklar im Druck. Leider waren wir hierauf überhaupt nicht vorbereitet. Und, nochmal leider, hat sich dieser positive Eindruck im Rahmen von Auswertung und Ergebnisaushangsdiskussion nicht bestätigt. Stichwort: wenn Fahrtleiter zu viel wollen. Siehe weiter unten.
Note: 2-
Wertungsprüfungen
Im Verlauf der Fahrt gab es in Summe fünf Zeitprüfungen, alle als Sollzeitprüfung. Auch hier war der Schwierigkeitsgrad vergleichsweise hoch.

WP 1: Nullzeitprüfung im öffentlichen Verkehr, das gelbe Schild stand sehr weit entfernt vor dem eigentlichen Ziel, Timer auf 30 Sekunden gestellt, das hat gepasst.

WP 2 mit Selbststart: Der Start wurde nur verbal beschrieben, das Ziel lag dann „irgendwo“ auf der Idealstrecke nach 1,15 km. Dort stand, man wusste es nicht, kein gelbes Schild und das Ziel war absichtlich ganz am Ende rechts in einer Ecke versteckt. Natürlich sollten die Teams hier in die Falle gelockt werden und zu früh ankommen. Auf der Strecke ein sehr enger Weg, Überholen unmöglich und Befahren durch Touristen. Beinahe wären wir hier vom roten Audi gerammt worden. Suboptimale Anordnung.

WP 3 wieder mit Selbststart analog zu WP 2 aufgebaut. Hier erwarteten wir das Ziel ohne gelbes Schild hinter dem Linksabzweig an der Kreuzung. Ein rotes Schild war dort, aber es war ein Selbststempler! Große Aufregung, diverse Zeit vertan und dann volles Rohr brettern bis ins Ziel, was wir natürlich zu spät erreicht haben. Wenn der Veranstalter wirklich die Sicherheit im Blick hätte und er zu schnelles Fahren vermeiden wollte, dann sollte er auf solche Spielchen verzichten. Das Paar auf der Bank neben dem Selbststempler hat uns bestimmt für total bekloppt erklärt.
WP 4: Normale Kurz-WP auf einem Parkplatz mit zwei Lichtschranke, gut organisiert.

WP 5: Rundkurs Glashütte mit Pylonengasse, Einparken, Rückwärtsfahren, Stop A Cheval und das alles in 55 Sekunden. Klasse gemacht, leider mit dem unsäglichen Rückstau. Die Aufgabenstellung gab es erst an Ort und Stelle und wurde gut erläutert.

Note: 2-
Verpflegung und Ambiente
Das Schloss Burgau bot einen wunderschönen Rahmen am START und am ZIEL: Wird durften auf dem Innenhof parken. Tolles Ambiente auch im Innenraum in einer Art Rittersaal. So einen schönen Rahmen bekommt man selten geboten.
Morgens und Abends war ein Caterer beauftragt, da das Schloss leider keine eigene Gastronomie besitzt. Das Frühstück war ok, aber nicht mehr. Die Mittagspause war auf dem Margarethenhof, so eine Art Bauerncafe. Auch hier war das Ambiente stimmig, das Essen eher naja. Abends im Schloss wurde dafür alles, was geht, aufgefahren. Ein Buffet vom Feinsten. Sehr lecker, hochwertig und in rauen Mengen. Leider auch wieder mit einer unfassbar langen Schlange. Aber auch wenn man erst wartete und später kam, war noch mehr als ausreichend Futter vorhanden. Vielleicht hätte man ein wenig Budget vom Abend auf das Frühstück und die Mittagspause umleiten können.
Was mir gar nicht gefallen hat: Getränke nur per „Aufschreibkarte“ mit 10 EUR Mindestverzehr und nur gegen Barzahlung. Einfach mal ein Bier trinken – geht nicht. Mindestverzehr bei einer Oldtimerveranstaltung – habe ich auch noch nicht erlebt.
Note: 2+
Auswertung und Ergebnisaushang
Alte Beifahrerregel: „Wer super ausschreibt, muss auch super liefern“. Übersetzt: Ein hohes oder sehr hohes Anspruchsniveau sollten nicht nur die Aufgaben haben, auch im Rahmen der Auswertung sollte dieses Niveau gehalten werden.
In diesem Punkt war die Oldtimer Classics Düren leider – ich zitiere nochmal Rudi Völler – der noch tiefere Tiefpunkt. Die Zustände rund um den Ergebnisaushang kann ich nur als chaotisch bezeichnen. Im Rittersaal waren Musterlösungen und Musterbordkarten – zunächst – sehr frühzeitig ausgehängt (die Zeiten kamen viel später und wurden auch m.E. nicht diskutiert). Bei der näheren Betrachtung gab es erstes Stirnrunzeln. Wie war das nun gemeint? Wo kam denn die „23“ zwischen zweimal „15“ her… die Musterbordkarten wurden so schnell wieder abgenommen, das man kaum folgen konnte. Dann wurden auch die Musterlösungen mehrfach korrigiert. Als Negativkontrollen „rot“ markierte OK wurden plötzlich „positiv“ – und umgekehrt.
Nachvollziehbar war das alles nicht mehr. Jetzt kam das Schiedsgericht ins Spiel. Dieses war ja Morgens aus dem Kreis der (lokalen) Expertenteams gewählt worden. Nun stellte sich heraus, dass das Schiedsgericht auf eigene Initiative heraus den Fahrtleiter „bearbeitet“ hat, so dass die Lösungen der Aufgaben geändert wurden. Das betraf nun gerade die Aufgaben, die wir korrekt – im ursprünglichen Sinne – des Fahrleiters gelöst hatten. Zeitweilig diskutierte man nicht mit dem Fahrleiter, sondern mit dem Schiedsgericht, welches eine durchaus robuste Positionierung gegenüber anderen Teilnehmern einnahm.
Ein Schiedsgericht soll aber in Zweifelsfällen aus eher neutraler Perspektive vermitteln (daher auch der Name) und nicht im eigenen Interesse die Lösungen bestimmen. Das Schiedsgericht ist nicht die Oberste Fahrtleitung (OFL) oder die Vorgesetzten vom Fahrtleiter. Was hier passiert ist, z.B. bei der mehr als abenteuerlichen Interpretation der Aufgaben „Satzvey“ und „Nideggen 1“ kann man – je nach Geschmack – als schlechten Witz oder Skandal bezeichnen.
Ich schreibe es gerne nochmal: Wenn man als Teilnehmer die vom Fahrtleiter vorgesehene Idealstrecke fährt, dann sollte man dafür nicht bestraft werden! Es kann auch nicht der Sinn einer solchen Veranstaltung sein, immer noch abstrusere Hirntodlösungen finden zu wollen, um am Ende Recht zu behalten. Schon gar nicht kann das Aufgabe eines Schiedsgerichts sein, das in Düren m.E. seine Rolle im eigenen Interesse missbraucht hat.
Und von einem Veranstalter oder Fahrtleiter, der solche anspruchsvollen Aufgaben stellt, erwarte ich, dass diese 1) wasserdicht sind und 2), dass man sich nicht von einem „Schiedsgericht“ derart dominieren lässt.
Fazit: Wenn Fahrtleiter zu viel wollen (aber nicht können) und Schiedsgerichte ihre Rolle missbrauchen. Und das als Teil von Cup-Serien. Absolute unsportliche Vollkatastrophe.
Note: 6
Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung
Nachdem die Musterbordkarten zwischenzeitlich abgehängt blieben, es dauerte, und es keine weiteren Aushänge mehr gab, sind wir zur Heimreise aufgebrochen, ohne eine endgültige, final korrigierte Ergebnisliste abzuwarten. Weitere Diskussionen mit der OFL erschienen uns auch nicht mehr zielführend. Zur Siegerehrung kann ich somit nichts schreiben. Die Pokale entsprachen dem üblichen Standard.
Note: ./.
Anmerkungen und Besonderheiten
Wenn man mal über den Tellerrand schaut, kann man interessante Erfahrungen machen. So auch in Düren. Sehr gut gefallen hat mir die Umgebung, und die Vortagesanreise inkl. Hotel hat sich sicher gelohnt. Trotz oder gerade der teilweise widrigen Umstände hatten wir viel Spaß, auch mit den anderen Teams aus OWL.
./.
FAZIT
Klassische Oldtimerveranstaltung in schönem Ambiente und mit größerem Rahmenprogramm, was auch den Zuschauern etwas bietet. Die sogenannte tourensportliche Wertung hat m.E. definitiv erhöhtes sportliches Anspruchsniveau, gerade in den Orientierungsaufgaben (B/C). Das sollte der Veranstalter dann auch so ausschreiben, dann weiß man, worauf man sich einlässt. Die Einordung im Oldtimer-Cup NRW des ADAC ist somit sehr unglücklich. Und wenn (erstmalige) Teilnehmer „von weiter weg“ herkommen und nicht aus dem regionalen „Inner Circle“ wäre es schön, wenn sich der Veranstalter auch um diese Teams ein wenig kümmern würde, z.B. durch eine entsprechende Kommunikation i.R. der Fahrerbesprechung. Dass die Musterlösung in der Klasse TS am Ende durch die OFL (Schiedsgericht = kleiner Kreis selbst betroffener Teilnehmer), bestimmt wird, kann ich eigentlich immer noch nicht fassen.
Bei derart unterschiedlichen Bewertungen in den einzelnen Kategorien lasse ich hier oftmals die Gesamtnote offen. Da muss dann jeder nach seiner Präferenz entschieden. Für die diesjährige Düren Classics waren aber die Umstände der Auswertungsdiskussionen und Ergebnisfindung derart desolat und unsportlich, dass diese „Einzelnote“ zur Gesamtabwertung führt. Das kann man auch mit gutem Willen nur noch als „mangelhaft“ bezeichnen.
Gesamtnote: 5
IMPRESSIONEN









AUFGABEN

Gleich bei der ersten Kartenaufgabe ging es zur Sache: den Kreisverkehr im Ort nach Natur umrunden, dann die „03“ als Negativkontrolle umfahren (Fahrtleiter morgens: Negativkontrollen gibt es nicht, haha was haben wir gelacht), und am Ende ist durch das „E „die Doppellinigkeit unterbrochen. Diese Aufgabe haben wir noch hinbekommen, wenn auch mit etwas Glück

In der zweiten Kartenaufgabe „Thum“ hat uns nicht nur die integrierte WP ab Parkplatz mit unbekanntem Ziel irritiert. Ein Punkt lag auf der Brücke, das war sicherlich eine Falle. Aber wie sollte man das dann lösen? Nach links aus der Karte konnte man ja nicht rausfahren. Auch über eine evtl. Einlinigkeit kam man hier nicht weiter. Tja, man musste erkennen, dass im unteren Bereich ein weiterer Kartenausschnitt einkopiert und eine Anbindung der gelben Straße rein manipuliert worden war. Das war das oben fehlende Anschlussstück nach links, man hätte dann auf einem Kreisverkehr drehen können. Wenn man es weiß, oder am Schreibtisch sieht, dann scheint es klar zu sein. Wir haben das vor Ort leider nicht gesehen, vielleicht auch ganz einfach deswegen, weil wir Ori-Hammer dieser Kategorie in der TS-Gruppe nicht erwartet hatten.

In Satzvey waren dir dann endlich wach. Diese Aufgabe fand ich richtig gut gemacht, mehrere Fallen kombiniert, dann noch ein Selbststempler vor dem Ortseingangschild.
Hier wurde nachher von der OFL offenbar massiv ruminterveniert, so dass eine andere Lösung auch galt oder angeblich besser war – die komplette Aufgabe wurde neutralisiert.

In der Nachmittagsetappe ging es zunächst S/W ins Gewerbegebiet Kall. Hier eine Art Peter-Beckers-Aufgabe, unten rechts war auch noch was einkopiert. Ebenfalls sehr schön trickreich gemacht: zweitkürzeste Strecke durch drei Kreisverkehre. Welchen nun umrunden? Unser Tipp: den mit dem geringesten Durchmesser. Das war zwar richtig, also vom Fahrtleiter so gewollt, aber: es hätte offenbar noch eine alternative Lösung gegeben mit noch kürzerer zweitkürzesten Strecke. Gemäß korrigierte Lösung war unsere dann falsch, zudem tauchte in der Musterlösung eine weitere Kontrolle im ersten Kreisverkehr auf (15-23-15). Die scheint da offenbar abends im Rahmen der Diskussionen vom Himmel gefallen zu sein.
Es ist extrem frustrierend, wenn man die richtige Lösung mit allen Finessen gefunden hat, diese dann jedoch von teilnehmenden Wettbewerbern wegdiskutiert wird und der Fahrtleiter nicht zu seiner Lösung steht.

In der Aufgabe „Nideggen 1“ wurde die Anschlussstelle nach Abenden an die L 249 sehr geschickt für eine Falle genutzt. Rechts abbiegen am Punkt ging nicht, da vorgeschriebene Fahrtrichtung geradeaus. Daher kurz vorher links ab und die Schleife untenrum fahren, dort stand auch der Selbststempler. So war es gedacht und von uns auch gelöst. Ätsch nein, wurde wegdiskutiert. Man hätte erst an der Stelle vorbei fahren sollen, dann weiter oben an dem roten Punkt wenden und nochmal zurück. So wollte es die OFL und so hat es der Fahrtleiter dann auch abgeändert. Die „32“ war laut Musterlösung erst negativ, dann nach Intervention negativ.
Absurdes Theater und hat mit Oldtimersport nur noch am Rande zu tun. Hier geht es wohl eher um gehobene Rechthaberei.



Falsch ist richtig, richtig wird falsch. Die Musterbordkarten erlebten am Abend diverse Mutationsphasen. An den beiden Versionen der Musterbordkarte 2 kann man beispielhaft gut erkennen, was noch dazu oder weg diskutiert wurde. Eine 23 wurde zugefügt, aus der 16 eine 23 gemacht. Dann noch die 32 zwischen HE und AB reindiskutiert und das GÜ weg. Das GÜ hatten wir aufgeschrieben, stand m.E. definitiv an der Strecke.- Was soll man hier noch argumentieren?