
VERANSTALTUNG
9. ADAC Classic Rallye Ahaus
AC Ahaus im ADAC e.V.
30.05.2026

TEAM
H.G. Sonnendecker / Frank Schäfer
auf
BMW 2002 L
Ausschreibung der Veranstaltung als „Oldtimerfahrt“ (Wandern), Tourensportlich und Sportlich, gemäß den aktuellen ADAC-Regularien. Das Nennergebnis zeigte eine ziemliche Gleichverteilung
30 Teilnehmer bei der Oldtimerfahrt,
30 Tourensportler und
21 Sportler.
Insbesondere der vergleichsweise hohe Anteil der „sportlichen“ Teilnehmer spricht für diese Veranstaltung.
Das Glück ist mit den Tüchtigen, d.h. am Veranstaltungstag gab es schönes, warmes Sommerwetter, nachdem es am Vorabend noch heftig gewitterte und es auch am Tag danach eher nicht so schön war. Der Vorteil: wenig Staub auf den Wegen, aber auch keine Matsche.
TEILNEHMER-BERICHT
Organisation (vor und während der Veranstaltung)
Alte Beifahrerweisheit: Die guten Veranstaltungen findest Du immer da, wo aktive Oldtimerfahrer Organisations-/Fahrtleiter sind. Das gilt auch für Ahaus, eine Veranstaltung, die sich nach jetzt neun Jahren in der Szene voll etabliert hat. Rundherum gab es eine professionelle, gut organisierte Veranstaltung, bei der an alles gedacht wurde. Ausschreibung, Anmeldung und alle Infos gab es über die club-eigene Internetseite, die insgesamt gut und aktuell gestaltet ist. Vor Ort überall fleißige und freundliche Helfer und Posten an der Strecke. Vorbildlich. Ebenfalls positiv ist der Fotoservice des Veranstalters und der begleitende Social Media-Auftritt aufgefallen.
Note: 1
Strecke
Die Strecke führte dieses Mal auf der Vormittagsetappe in einer großen Schleife westwärts durch die Niederlande und nach der Mittagspause in der Schützenhalle Vreden-Köckelwick gab es eine weitere Schleife südlich von Ahaus. Insgesamt war die Strecke landschaftlich „schön“, der holländische Abschnitt jedoch durch schlechtes Kartenmaterial und wenig abwechslungsreiche Aufgaben gekennzeichnet. Hier passierte zu wenig, auch dominierten sehr schmale Straßen mit – man hat es erwartet – vielen Fahrradfahrern und landwirtschaftlichen Maschinen, die schon mal die Strecke versperrten. Im Gegensatz zu den letzten Fahrten (Düren, Hagen) gab es zwar keine „Ori im Ort“, aber der Abschnitt durch NL ist aus meiner Sicht verzichtbar (auch wenn es aus Orga-Sicht einfacher ist, in NL eine Genehmigung zu bekommen). Die Nachmittagsetappe war wieder klassische Ahaus-Strecke, die uns besser gefallen hat.
Note: 2
Roadbook und weitere Unterlagen
Bei den Unterlagen ist man in Ahaus Benchmark. Programmheft, Fahrerbrief, Roadbooks – alles wirklich hoch professionell gestaltet.
Dabei wird allerdings m.E. in Teilen etwas über das Ziel hinaus geschossen. Im Programmheft wurden auf den letzten Seiten einige Beispiele für anspruchsvolle Aufgaben abgedruckt: Grenzannäherung, Barrikade, Fischgräte, Punkte auf zweitkürzestem Weg. Diese Beispiele waren erkennbar aus Herford übernommen. Waren das nun verbindliche Beschreibungen für die Fahrt in Ahaus?
Das Gleiche bei den eigentlichen Fahrtunterlagen. Auch hier fand man auf den letzten Seiten „Beispiele zu den geforderten Fahrtaufgaben“. Diese waren, ebenfalls gut erkennbar, aus dem Fundus von Peter Beckers und seinem Ori-Leitfaden bestückt (allerdings ohne Quellenangabe!). Das Beispiel für die Grenzannäherung kam einem seltsam bekannt vor. Klar, das war die Musterlösung einer virtuellen Ori aus der Corona-Zeit durch die Eifel. Wer ist damals nicht daran verzweifelt? 🙂 Die Angabe „Für die Lösung der Aufgabe dürfen nur in Orange und in Gelb dargestellte Straßen befahren werden“ hatte für die Fahrt in Ahaus keine Bedeutung und führte somit in die Irre. Die Hinweise bzw. „Beispiele“ im Programmheft und in den Fahrtunterlagen haben auch identische Aufgabenstellungen anders beschrieben. Ich empfehle dem Veranstalter, solche ggf. gut gemeinten Hilfestellungen wegzulassen oder auf die eigene Fahrt anzupassen.
Das eigentliche Roadbook war von gewohnt hoher Qualität. Dickes Papier mit Heftbindung und sehr scharfes Kartenmaterial.
Note: 2+
Aufgabenstellung
In Ahaus fährt man zu 98% über Kartenskizzen, ergänzt durch einige wenige Chinesen. Die Fahrt hat einen deutlichen Orientierungscharakter, aber ohne Übertreibungen. D.h. der Anspruch ist hoch, aber lösbar und vor allem: Die Aufgabenstellungen sind eindeutig! Man musste immer wieder die kürzeste Strecke finden und auf Gegenläufigkeiten achten. Das Einbahnstraßenprinzip galt den ganzen Tag und somit gab es insbesondere auf der Nachmittagsetappe einige gut gemachte Fallen. Auch eine der berüchtigten „Geisterstraßen“ kam wieder zum Einsatz.
Was mir nicht so gut gefallen hat: Im Anschluss an die Chinesenrallye am Vormittag gab es eine gut erkennbare Überlappung von letztem Chinesen und dem schwarzen B-Pfeil. In der Umfahrung hing jedoch keine Kontrolle- war also offensichtlich nicht so gemeint?! Und bei den Barrikaden in NL fragte man sich nach dem Sinn, wenn die ggf. möglichen Umfahrungen in den meisten Fällen durch Fahrtleitermarkierungen gesperrt waren. Bei der Grenzannäherung war zudem unklar, ob diese von oben oder/und unten anzufahren war. Die erkennbaren Retuschen gaben hierzu einen Hinweis, aber m.E. fehlte hierzu im Roadbook eine eindeutige Vorgabe.
Gerade auf der Nachmittagsetappe waren viele schöne Orientierungsaufgaben zu lösen und am Ende hat das Niveau, im positiven Sinne, deutlich angezogen
Note: 2+
Wertungsprüfungen
Bei einer Ori-lastigen Fahrt wie Ahaus haben die eingestreuten Zeit-Wertungsprüfungen eher ergänzenden Charakter, sollten aber auch nicht unterschätzt werden. So setzt man in Ahaus noch auf die klassische Strukturierung der Strecke mittels ZK (jeweils eine ZK vor einer längeren WP und auch an der Mittagspause, vgl. z.B. Düren). Das reduziert die Gefahr von langen Rückstaus an den WP, führt aber ggf. auch zu Zeitnot. Letztere hatten wir vor der Mittagspause, in der Hektik haben wir dann auf der richtigen Strecke einen Baumaffen übersehen. Mit rauchendem Gummi in die ZK; zum Glück nur eine Strafminute eingefahren.
Die WP´s waren insgesamt sehr gut gemacht, allerdings überwiegend auch auf öffentlichen, sehr schmalen Straßen. Bei uns ist einmal ein Fahrradfahrer – trotz Hinweise der Posten – von der anderen Seite in die WP reingefahren und hat exakt in der Lichtschranke gehalten. Ich weiß nicht, was in solchen Menschen vorgeht. Wahrscheinlich sind sie von der eigenen Bedeutung derart ergriffen, dass sie das Umfeld nicht mehr wahrnehmen.
Im Roadbook waren alle WP exakt beschrieben und in den Karten verortet. Hier konnte man sich nicht vertun.
Note: 2+
Verpflegung und Ambiente
Mit dem Startbereich am Ahauser Schloss, dem Kulturquadrat und dem Oldenkottplatz verfügt der AC Ahaus für die Veranstaltung über passende Rahmenbedingungen. Nicht jeder Verein kann für seine Fahrt auf solche Ressourcen zurückgreifen. Leider war durch das Stadtfest / eine Fussballübertragung der Zieleinlauf am Schloss nicht möglich. Abweichend zu den Vorjahren gab es das Frühstück direkt am Schloss im Restaurant „Zum Goldenen Hirschen“. Sehr schönes, gepflegtes Ambiente – leider war man nicht ganz so gut auf die vielen Teilnehmer eingestellt, was u.a. in einer sehr langen Schlange am Buffet resultierte. Die Mittagspause im Schützenhof Vreden-Köckelwick konnte überzeugen: entspannte Parksituation, angemessene Verpflegung mit u.a. selbstgebackenem Kuchen. Vor allem: alles total freundlich und teilnehmerorientiert. Diese entspannt-freundliche-professionelle Atmosphäre ist ein echter Pluspunkt in Ahaus. Am Abend genehmigten wir uns noch ein Eis in der Altstadt, dann ging es zum Abendessen ins Kulturquadrat. Das war ok, aber nichts besonderes. Immerhin konnte auf besondere Anfrage noch ein Salzstreuer organisiert werden 🙂
Note: 2+
Auswertung und Ergebnisaushang
Im Gegensatz zu den letzten Fahrten in diesem Jahr (vgl. entsprechende Berichte) hat bei Auswertung und Ergebnisaushang in Ahaus alles vorbildlich funktioniert: Zeitnaher Aushang von Musterbordkarten und Musterlösungen. Später dann Aushang der WP-Ergebnisse sowie der eigentlichen Ergebnislisten. Der Orga-/Fahrtleiter stand vor Ort für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. Es gab weder übermäßig aufgeregte Diskussionen, noch komische Schiedsgerichte. Die Musterlösungen waren eindeutig, Fehler gingen auf das eigene Konto und es mussten auch keine neuen Regeln erfunden werden. Keine „war nicht so gemeint“-Aufgaben oder Kontrollen, die vom Himmel fallen. Auch die Aggregation der Ergebnisse hat ohne Excelkatastrophen funktioniert 🙂 TOP.
Note: 1
Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung
Ergebnisaushang gegen 20 Uhr, Siegerehrung ab ca. 20:30 Uhr. Auch in Ahaus hat das nicht immer so vorbildlich funktioniert. Diese Jahr schon! Die Pokale waren sehr ok, der Grünschimmer gefällt und vor allem der Pokal für die Mannschaft kann mich überzeugen. Die Siegerehrung hat ihren Namen verdient, auch die Punkte und die Fahrzeuge wurden erwähnt. Schöne, freundschaftliche und entspannte Stimmung.
Note: 2+
Anmerkungen und Besonderheiten
Der MSC Ruhrblitz ist in Ahaus mit insgesamt vier Teams angetreten.
Sport
Startnummer 1 – Kriek/Lingener – Triumph TR4 (Platz 3 in der Klasse / Platz 6 Gesamt)
Startnummer 4 – Sonnerdecker/Schäfer – BMW 2002 L (Platz 1 in der Klasse / Platz 1 Gesamt)
Startnummer 17 – Störmann/Finkeldey – Subaru Impreza WRX STI (Platz 4 in der Klasse / Platz 9 Gesamt)
Tourensport
Startnummer 32 – Liebert/Liebert / BMW 2002 Touring (Platz 2 in der Klasse / Platz 12 Gesamt)
Der Preis für die beste Mannschaft ging ebenfalls an den MSC Ruhrblitz.


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FAZIT
Als traditionelle Oldtimerveranstaltung mit „Ori-Einschlag“ konnte die Classic Rallye Ahaus auch 2026 überzeugen. Einzigartig ist das wunderbare Flair am Schloss und in der Innenstadt. Organisation und Fahrunterlagen bestachen wieder einmal durch höchste Qualität. Nicht (mehr) selbstverständlich ist die reibungslose Auswertung und Ergebnisfindung. Hier sind Profis am Werk. Gleichzeitig herrschte überall eine freundliche, teilnehmerorientierte Stimmung. Sportkommissare oder Schiedsgerichte mussten nicht in Aktion treten. Der Streckenteil in den Niederlanden ist aus meiner Sicht in dieser Form verzichtbar, was dem überaus positiven Gesamteindruck aber nicht schadet. Prädikat: Empfehlenswert.
Gesamtnote: 2+
IMPRESSIONEN





















AUFGABEN (Beispiele)



