Der AC Bielefeld veranstaltete traditionell das Oldtimer Treffen „Buschkamp“ mit integrierter kleiner Ausfahrt, die sogar für den OWL Cup gewertet wurde. Bis 2019 war dies ein jährliches Highlight für Altblechbegeisterte, aber auch für Kulinariker wie z.B. Dr. No. Denn hier, in der eigentlich nicht existenten Stadt, begann der Tag mit einem späten, opulenten Buffet, und dann erst ging es bei sehr viel Publikum auf die Strecke. Die Wertung hing immer von 2 GLP ab, war aber eigentlich auch Nebensache. Denn im Grunde fuhr man hierhin wegen dem Flair! Unvergessen z.B. die Bestzeitfahrt eines gewissen gelb-schwarzen Rallye-Kadett. Ich verweise hierzu auf die Berichte auf dieser Internetpräsenz.

Da Treffen immer mit sozialen Kontakten verbunden sind, fiel „Buschkamp“ im Jahr 2020 erst einmal ersatzlos aus. 2021 wurde dann als Ersatz die Leinenweber Rallye (ohne Treffen) ins Leben gerufen. Auch hier soll(te) an historische Vorbilder erinnert werden. Leider ist dann auch die Leinenweber Fahrt im Jahr 2021 aus mir nicht bekannten Gründen ausgefallen.

Im Jahr 2022 dann der nächste Anlauf. Wieder ohne Buschkamp-Treffen, obwohl dieses ja nun hätte stattfinden können. Aber immerhin ging die Leinenweber Fahrt an den Start. Der AC Bielefeld agiert hier sehr vorsichtig, da die Veranstaltung noch „kontaktlos“ geplant und auch weitestgehend so durchgeführt wurde. D.h. kein gemeinsames Frühstück oder Abendessen, und keine Siegerehrung am selben Abend vor Ort. Dafür Start und Ziel auf einem der beliebten Parkplätze in einem Gewerbegebiet…

Laut Ausschreibung bot die Leinenweber Fahrt „Platz“ für bis zu 80 Teilnehmer. Am Ende gingen dann aber nur ganze 32 Fahrzeuge an den Start. Ein, so muss man es leider sagen, Minusrekord. Es ehrt die Veranstalter, dass die Fahrt trotzdem durchgezogen wurde. Über die Gründe muss man spekulieren. Buschkamp hat sicherlich einen sehr guten Ruf. Aber „Leinenweber“ ist neu und die Ausgestaltung der Fahrt unbekannt. Im Vorfeld gab es dazu vom Veranstalter auch nur minimalste Informationen über die Internetseite. Selbst der Ort für das, nun doch statt findende Mittagessen, wurde vorab nicht kommuniziert.

Dazu noch das Problem mit der Klasseneinteilung, siehe hierzu auch den letzten Bericht von Dr. No zu Stemwede 2022. Die Leinenweber Fahrt wurde für die Klassen „tourensportliche Fahrt“ und „touristische Ausfahrt“ ausgeschrieben. Allerdings, jetzt fängt wieder die babylonische Sprachverwirrung an, für den ADAC Classic Revival Pokal wird nur die „tourensportliche Fahrt“ gewertet – und das in der Kategorie „touristisch“. Die „touristische Ausfahrt“ des AC Bielefeld fällt somit in die Kategorie „Oldtimer Wandern“. Comprendre? No? Tja, das ist ADAC Logik. Das führte augenscheinlich dazu, dass dann namentlich bekannte Teilnehmer, die den Cup fahren, sich beim AC Bielefeld irrtümlicherweise für die falsche (touristische) Kategorie angemeldet haben. Der ADAC OWL hat allerdings die gleiche Logik wie die Bielefelder, da gibt es nur „sportlich“ und „tourensportlich“. Da ich nun in 2022 „sportlich'“ unterwegs bin (das ist überall gleich…) war ich außerhalb der Wertung unterwegs. Für meinen Fahrer ging es aber schon um ggf. entscheidende Punkte auf dem Weg zur Feier auf dem Stemweder Berg… Kulinarik und so… 🙂

Exkurs Ende: das alles erklärt aber m.E. immer noch nicht diese geringen Teilnehmerzahlen, wenn selbst eher grenzwertige Veranstaltungen wie NOSW und Soest solche Rekordteilnehmerzahlen haben…

Wir hatten die Ehre, mit der Startnummer 1 an den Start gehen zu dürfen. Das entsprach einer Startzeit von 10:01 Uhr und einer Übergabe des Bordbuches um 09:31 Uhr. Warum wir aber nun, laut Nennliste, um 08:00 Uhr hätten eintreffen sollen, das blieb unverständlich. Denn es gab ja kein Lokal vor Ort, sondern „nur“ eine Autowerkstatt, wenn auch von größerem Kaliber. Also verabredeten wir uns gegen 9 Uhr, was auch gepasst hat. Dr. No reiste mit der Göttin an, die ich dann erstmal inspizieren und ausrüsten musste. Sehr interessantes Gefährt, mit sowas bin ich noch nie mit-gefahren. Es gab an einer Art Hallentür nun doch ein „Frühstück“: Belegte Brötchenhälften, Kaffee, sowie Wasserflaschen. Also kein „Fresspaket“. Stärken, aufrödeln und pünktlich das Bordbuch abholen am ADAC-Lieferwagen. Erster Blick und erste Überraschung: Huch, die Ausführungen, gerade zu den Zeitprüfungen, sahen aber gar nicht mal so einfach aus. Die Aufgabenstellung lautete: Fahren nach Karte und durchgehend roter Linie. Dazu eine Chinesenrallye und zwei Karten mit unterbrochenen Fahraufträgen (also kleinen roten Strichen). Dazu 5 Sollzeitprüfungen, zwei davon verschachtelt auf einem Parkplatz und eine auf dem bekannten Claas-Versuchsgelände „mit dem Berg“. Kontrolle der Strecke durch besetzte DK, Baumaffen und gelbe Ortseingangsschilder. Soweit, so gut.

Das Bordbuch war sehr hochwertig gemacht. Aber: Warum waren die doch eher einfachen Aufgaben so komplex und damit missverständlich beschrieben:

# „Auch mögliche Durchfahrtskontrollen in der 2. Etappen“ stand dort, dazu noch mit drei irrelevanten Alternativen. Warum nicht einfach schreiben „Nur auf der Nachmittagsetappe sind die ersten Großbuchstaben der OE-Schilder auf der rechten Seite aufzuschreiben“. Es blieb somit für einige Teams verborgen, dass die OE-Schilder wirklich nur nachmittags aufzuschreiben waren

# Was sind bitte „Überschneidungen“? Gemeint waren offenbar Überlappungen. Warum werden diese erst eingezeichnet und dann wieder im Text ausgeschlossen? („Überschneidungen sind nicht gewollt“ – aber doch erkennbar…)

# „In Klammern gesetzte Zeiten sind fiktive Zeiten“ – Fiktive Zeiten? Sowas habe ich noch nie gelesen und trägt weiter zur Verwirrung bei

# Auf der Seite 2 im Roadbook wurden die SZP sehr ausführlich und farbig dargestellt. Aber, das hat auch eher zur Verwirrung beigetragen. Was bitte sind „Querungen“? Gemeint waren die Durchfahrten der Lichtschranken. Auch standen hier nur die Entfernungen, nicht die Zeitvorgaben. Im Roadbook weiter hinten war die Darstellung hingegen sehr sauber. Die Seite 2 war somit ggf. gut gemeint, aber eigentlich überflüssig. Vielleicht sollte sie aber sogar bewusst verwirren?

# Zwischen Start und SZP 1 wurde eine Sollzeit von 0,5 Minuten (sic!) ausgewiesen; die dann aber nicht überwacht wurde (zum Glück). Die SZP 1 hätte jedoch gut innerhalb der Sollzeit bis ZK 2 liegen können. Nicht nur für Anfänger sicherlich sehr schwer war, dass man die Zeiten 0,5 Minuten (aufgerundet!) plus 30 Minuten plus 30 Minuten addieren musste, um die echte Sollzeitvorgabe vom Start bis zur ZK2 zu erhalten. Wir haben zunächst sogar angenommen, dass die Vorgabe von 30 Sekunden die erste SZP darstellt.

Nein, die SZP 1 war eine einfache Kurz-WP über 12 Sekunden. Mit Startnummer 1 stellte sich die Situation dar, dass wir die ersten Teilnehmer auf der Strecke waren und die Posten z.T. noch mit der Kontrolle der Gerätschaften beschäftigt. Der Start zur SZP1 sollte „stehend“ erfolgen, es gab aber keinen Start nach Funkuhr, sondern durch Lichtschranke. „Stehend“ kann ich allerdings schwer durch eine Lichtschranke fahren… was auch nicht gemeint war. Man sollte, laut Roadbook, ca. 5 Meter vor der LS anhalten, dann starten. Messung dann ab Lichtschranke. Tatsächlich sind wir dann lt. Anweisung der Posten ca. 2 Meter vorher zum Stehen gekommen, was für eine Lichtschrankenübung eher ungünstig ist. Nun, egal. Auf geht es zu unserer ersten WP nach ca. 4 Jahren (das war, glaube ich, Stemwede 2018, die Zeit vergeht…). Erstmals auf Göttin und nicht auf 02. Eigentlich lief es ganz gut, bis ca. 4 Sekunden vor Ende des Countdowns. Irgendwie waren wir noch zu weit weg vom Meßgerät. „Gas, Gas!“ rief ich meinem Fahrer zu. Es gab ein Geknurpsel im Getriebe (Lenkradschaltung) und etwas Geruckel und dann erst beschleunigte die DS und wir erreichten die Lichtschranke. Leider etwas zu spät… Dr. No, das war eher nichts… das Herunterschalten in den ersten Gang hatte uns die Zeit verdorben. Beim nächsten Mal besser machen!

Von Bielefeld-Brackwede aus ging es direkt in eine wunderschöne Landschaft über wunderschöne Straßen, die überwiegend auch in einem guten Zustand waren. Der Jakobsberg wurde von uns umfahren und dann erreichten wir schon die „Todesübung“. Nunja, eine WP mit zwei Sollzeitprüfungen. Einmal 50 Sekunden und dann – darin enthalten im Rundkurs – noch eine weitere Aufgabe mit 20 Sekunden Sollzeit. Eigentlich nicht revolutionär, aber doch etwas kompliziert beschrieben. Bei solchen Aufgaben muss man erst einmal den konkreten Ablauf verstehen, erst danach geht es darum, eine gute Zeit zu fahren. Sonst steht man schnell im Abseits neben den Pylonen. Also haben wir die Strecke und die Messpunkte mehrfach besprochen und auch den Streckenposten vor Ort dazu befragt. Alles klar, Dr. No? Bitte immer auf den Beifahrer hören – und es ging los. Auf den Rundkurs einbiegen nach rechts, dann durch die Start-Lichtschranke. Dahinter direkt durch die Pylone nach links – vor dem Busch! Hier waren wir schon zu langsam unterwegs. Fühlte sich eher wir Einparken an. Dann in Richtung Startlichtschranke zur 20 Sekundenprüfung. Mir schwante schon was, denn die Restzeit war nur noch 35 Sekunden. Oh, oh. Aber warum zögerte mein Fahrer so? Gas!!!!! „Die Uhr spricht nicht zu mir“, meinte er. Was??? Warum sollte sie am Start den sprechen? Jetzt wurde es mir zu bunt. Los, Gas, Gas geben! Das kann doch nicht so schwer sein. Dann Durchfahrt der erste Ziellichtschranke. Dahinter das gelbe Schild vor dem 50 Sekunden-Ziel. Hier hätte man halten dürfen, was aber nicht ging, denn das Schild stand so ungünstig, man hätte in der Lichtschranke gestanden. Für uns auch nicht relevant. Wir hatten überhaupt keine Zeit mehr und mussten brettern, um die Strafpunkte zu minimieren. Aber was war mit meinem Fahrer los? Kennen Sie die SciFi-Serie „Zurück in die Vergangenheit“? Hier springt Scott Bakula als Sam Beckett in die Identität anderer Menschen und muss für diese schwierige oder gar tragische Situationen lösen. War Dr. No nun gerade in den Körper eines GLP-Fahrers gesprungen, so ganz ohne Vorwissen? So kam es mir jedenfalls vor. Blackout! Aber das kann jedem von uns mal passieren. Sogar dem Autor dieser Zeilen (Emsland 2021) 🙂

Nach diesem Desaster erst eimal inne halten und die Wunden lecken. Neues Ziel für uns auf dieser Fahrt: einmal eine WP nicht verkacken! Dazu hatten wir dann noch zweimal die Gelegenheit. –> Sehen Sie nächste Woche in der Serie „Der 5 Sekunden Mann“, wie der Gipfelsprung an der O.Welslau-Gedächtnisrampe gelang – oder auch nicht.

Wir fuhren erstmal weiter. Seite um Seite rote durchgezogene Linien. Kleine und kleinste Wege, sehr gut ausgearbeitet. Tolle Landschaft. Aber, keine Herausforderungen. Keine echten Ori-Aufgaben. Keine kleinen Ecken, keine Parkplätze, keine Überlappungen. Nichts, was etwas kniffelig gewesen wäre. Auf Seite 12 dann eine kleine Chinesenrallye. Auch gut gemacht, aber auch eher simpel.

Dann war es soweit. Am Claas-Gelände die Todesrampe. Hier war ich schon öfters gewesen und das Bild vom fliegenden Peugeot war sogar in der Zeitschrift „Oldtimer Markt“ zu sehen gewesen. Also obacht und die Göttin beim Überflug nicht schrotten. Eine Runde von 45 Sekunden war zu fahren, dabei eine Steigung bzw. ein Gefälle von 30 Prozent. Diesmal konnten wir unseren Vorsatz überaus erfolgreich umsetzen. Mein Fahrer hörte endlich einmal auf mich und ich hatte realisiert, dass so eine DS etwas Bedenkzeit vor dem Beschleunigen braucht. Also „Gas!“ schon bei 2 Sekunden Restzeit und nicht erst, wie beim 02, bei 1 Sekunde. Dann klappt es auch mit der SZP. Am Ende des Tages stellte sich raus, dass wir hier eine Zeit von 0,04 Sekunden gefahren sind, was nicht nur für Dr. No eine sehr gute Zeit ist.

Die Mittagspause fand nahe der Ems in einem schönen Landlokal statt. Hier gab es – mal wieder – Erbensuppe. Aber, diese war in der Tat frisch gemacht und schmeckte sehr gut. Die Getränke musste man selber bezahlen, was grundsätzlich ok ist, aber bei einem Nenngeld von über 100 EUR sollte zumindest ein Freigetränk „drin sein“. Achja, auf der Vormittagsetappe hatten wir in Summe ganze 15 Kontrollen aufgeschrieben! Die Baumaffen waren sehr gross und gut platziert, aber doch sehr rar gesät.

Die Nachmittagsetappe folgte. Hier nun auch Ortseingangschilder aufschreiben, die aber ähnlich selten auftauchten wie die Baumaffen. Erst auf Seite 20, in der offenbar russischen Exklave „Surenheide“ begegneten wir einer besetzten DK. Diese war auch gut platziert, das gelbe Schild jedoch schon weit vorher, von der Hauptstrasse aus, erkennbar. Verstehe ich nicht. Als Fahrtleiter braucht man doch auch mal Stellen, wo die Teilnehmer Fehler machen. Oder?

Eine Abwechslung von der durchgezogenen roten Linie folgte auf den Seiten 21 und 22. Hier mussten „markierte Aufgabenteile in der angegebenen Reihenfolge in Richtung Ziel“ abgefahren werden. Auch hier stellte sich dann raus, dass die Lösung recht einfach war. Bis auf eine Stelle, dort war die Straße laut Karte doppellinig, in Natur aber eher ein Pfad durch den Wald (aber befahrbar). Hier hing, wie so oft bei dieser Fahrt, aber keine Kontrolle. Frust. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass man hier keineswegs kürzeste Strecke, wie gewohnt, fahren sollten, sondern wirklich nur die roten Striche irgendwie in der genannten Abfolge. Daher hingen Kontrollschilder auch wirklich nur an den Stellen der roten Aufgabenteile. Alles sehr merkwürdig für eine tourensportliche Fahrt innerhalb des ADAC Reglements.

Kurz vor Schluss dann noch einmal die 12 Sekunden Prüfung. Hier konnten wir unsere neu erlernte 2-Sekunden-Touchdown-Technik erproben. Und siehe da, auch hier war die gefahrene Zeit mit 0,25 Sekunden Abweichung für unsere Verhältnisse sehr gut.

Bei der Zieleinfahrt hatten wir dann 19 Kontrollen notiert. Das war eine mehr, als Kästchen auf der Bordkarte vorhanden. Auch das noch. Was zuviel aufgeschrieben? Eher nicht. Es stellte sich dann raus, dass der Fahrtleiter das letzte B für Bielefeld kurz vor dem Ende der Fahrt einfach vergessen hatte… Es tauchte dann auch in der Musterlösung nicht mehr auf.

Der Hammer war die Anweisung des Postens im Ziel: „Bitte Bordkarte und Bordbuch abgeben!“ Meine verblüffte Frage: „Bordbuch abgeben???“ wurde mit „Ja, alles abgeben“ beantwortet. Besonders freundlich war der Tonfall hier auch nicht mehr, eher genervt. Ich habe mich einfach geweigert, was dann auch toleriert wurde. Offenbar war den Helfern hier der Unterschied zwischen Bordbuch und Bordkarte nicht bekannt. Aber ich gebe nicht mein Bordbuch ab, für das ich ja auch die 105 EUR bezahlt habe.

Apropos bezahlt haben: 105 EUR sind eine stolze Summe für eine Fahrt ohne Abendessen und ohne Siegerehrung. Kaffee und belegte Brötchen am Start aus der Fabrikhalle und die Mittagssuppe gingen ok, aber bei der Zieleinfahrt gab es gar nichts. Keinen Sekt oder ein Kaltgetränk oder ein freundliches Wort. Der Posten dort meinte auf unsere Frage, wie es nun weitergeht: „Das weiß ich nicht“.

Zum Glück wussten wir aber, wie es dann weiterging. Mit einigen Gleichgesinnten waren wir noch im Glück und Seeligkeit verabredet, einem tollen Restaurant in einer alten Kirche mit einer wunderbaren Atmosphäre. So konnten wir bei den berühmt-berüchtigten Benzingesprächen noch einmal den Tag Revue passieren lassen und unsere Meinungen austauschen. Hier lagen wir sehr nahe beieinander: Sehr schöne Strecke, die Aufgaben aber viel zu einfach für eine Fahrt der Kategorie TS. Preis-Leistung für das Gebotene eher schlecht. 80 EUR wären angemessen gewesen, aber nicht 105 EUR. Die Atmosphäre und Qualität von „Buschkamp“ wurde nicht erreicht. Der Flair auf dem Garagenhof bei Start und Ziel hatte eher rustikalen Charme, was man vielleicht bei einer echten Ori erwartet. Die nehmen aber auch nur 30 EUR Nenngeld.

Der eigentliche „Klopper“ kam aber mit der Auswertung und dem Aushang der Ergebnisse im Internet. Wie vom Fahrtleiter am Ziel ggü. einigen Teilnehmern angekündigt, wurden alle Kontrollschilder – ALLE – die zu viel notiert worden waren, nicht als Fehler gewertet. D.h. konkret z.B.: ein Team hatte vormittags irrtümlich auch die OE-Schilder notiert – wurde nicht gewertet. Ein anderes Team hatte die „23“ zweimal notiert, weil eine Überlappung erkannt wurde. Diese waren aber laut Anweisungen ja ausgeschlossen. Eine Kontrolle zuviel – wurde nicht als Fehler gewertet. Etc. etc. Das B, welches der Fahrtleiter vergessen hatte, tauchte in der Musterlösung auch nicht auf.

Im Ergebnis hatten somit von 15 Teams in der Gruppe TS, die gewertet wurden, 13 auch null DK-Fehler. Somit kam es, wie so oft bei den einfachen Fahrten, nur auf die SZP an. Nach dem Parkplatzdesaster war klar, hier gab es für uns keinen Blumentopf zu gewinnen. Hätte der Fahrtleiter die Bordkarten korrekt bewertet, hätte die Sache in Teilen schon ganz anders ausgesehen. D.h. die ganzen Nicht-Wertungen haben das Endergebnis natürlich beeinflusst. Mich würde schon mal interessieren, was der ADAC OWL dazu sagt. Oder sagen würde. Immerhin ist die Leinenweber Fahrt keine Privatfahrt, sondern Teil des OWL-Cups. Aber die Herren in Gelb sind wohl eher mit E-Bikes beschäftigt.

Fazit:

Der hohe Standard von Buschkamp wurde bei dieser Fahrt nicht erreicht. Die Strecke war sehr schön, aber das war es dann auch irgendwie schon. Die Sollzeitprüfungen war professionell gestaltet, aber der Rest eher Oldtimerwandern. Besonders befremdlich ist die willkürlich erscheinende Auswertung, bei der alle noch bestehenden OK-Wertungsunterschiede nivelliert wurden. Insofern schliesst sich hier der Kreis: 32 Teilnehmer sind angemessen im Sinne des Gebotenen.

So kann man es auch machen. Alle Nachfragen oder Anmerkungen als nicht relevant klassifzieren und *schwupps* steht das Endergebnis.