VERANSTALTUNG

84. Int. ADAC Westfalen-Lippe-Fahrt

ADAC Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld (Regionalclub)

09.05.2026

Nennungsergebnis:

Sportlich – 15

Tourensportlich – 32

Touristisch – 14

Mit ca. 60 Teilnehmern ist diese Veranstaltung nicht gut besucht. Aus Gründen?! Es mag vielleicht daran liegen, dass die Ausschreibung sehr spät online gestellt wurde. Zudem sind 165 EUR Nenngeld schon eine Hausnummer, da darf man was erwarten….Vielleicht liegt es aber auch an den Umständen, oder besser gesagt: Zuständen im Rahmen der Auswertung, die hier immer wieder passieren. Auch dieses Jahr, dazu weiter unten mehr…

Positiv ist der vergleichsweise hohe Anteil an sportlichen Teilnehmern, auch sind mehrere bisher tourensportliche/touristische Teams in die sportliche Klasse gewechselt. Respekt, das finden wir gut! 🙂

TEAM

Hans-Georg Sonnendecker / Frank Schäfer

auf Audi 80 (B4)

Die Westfalen-Lippe-Fahrt des ADAC (kurz: WLF) ist eine sehr traditionsreiche Veranstaltung. Lt. Eigendarstellung ist sie die „drittälteste noch durchgeführte Motorsportveranstaltung der Welt“. Erstmalige Austragung war 1925 zum 50. Jubiläum des Hermannsdenkmals, damals natürlich noch keine Oldtimerfahrt. Weitere historische Details könnten in meinem Bericht zur 2021er Ausgabe nachgelesen werden. Denn, auch das ist Tradition, an der WLF habe ich erstmals 2012 teilgenommen! Damals als totaler Anfänger mit Ergebnis Platz 35. Weitere Teilnahmen erfolgten 2018, 2019, 2021, 2023 (erstmalig Wertungsgruppe Sport). 2022 gab es eine Gastbericht von Dr. No aus Augustdorf. 2024 ist die Fahrt ausgefallen, da der Fahrtleiter tragischerweise vorher verstorben war. 2025 wurde die Fahrt in Minden mit einem externen Fahrtleiter durchgeführt. 2026 setzt sich diese Konstellation fort.

Ebenfalls Tradition hat bei der WLF die wechselhafte Performance des Veranstalters. Während Aufgabenstellungen, Roadbooks, Streckenführung und die begehrten Plaketten (gibt es leider nicht mehr) immer sehr gut bewertet wurden, gab es auf der anderen Seite regelmäßig Kritik für das wenig stimmungsvolle Ambiente (Autohäuser / Dixiklos – Desaster am Bilster Berg) sowie chaotische Zustände bei der Auswertung, die einmal sogar abgebrochen werden musste. 2023 war ich bei unserer erstmaligen Teilnahme in der sportlichen Wertung allerdings sehr begeistert – was wohl auch an der tollen Location in Steinheim lag.

2026 wurde als „Rallyezentrum“ wieder das Autohaus in BI-Sennestadt gewählt, das wir 2018 schon einmal „genießen“ durften.

TEILNEHMER-BERICHT

Organisation (vor und während der Veranstaltung)

Die Ausschreibung erfolgte recht spät und erfolgte über das bekannte ADAC-Nennportal. Dort konnte man dann auch die Starterliste einsehen.

Circa eine Woche vor der Veranstaltung gab es weitere Infos per Mail (nicht im Online-Portal verfügbar). Die Streckenlänge wurde von 180 auf 220 km korrigiert und der Start wurde um eine halbe Stunde nach hinten verlegt (10.01 Uhr statt 09:31 Uhr), was ich sehr vernünftig finde. Wenn ich in Ausschreibungen lese „Eintreffen der Teilnehmer ab 07:30 Uhr am Autohaus XYZ“ kriege ich schon die Krise – man weiß dann, was einen erwartet.

Der Ablauf vor Ort war (aus Teilnehmersicht) überwiegend gut organisiert und verlief reibungslos. Beim Start hat bei einigen Teams wohl die Startflagge auf der Windschutzscheibe gelegen und damit die Sicht auf die Funkuhr verdeckt, bei uns war das kein Problem. Die „DK Wohnmobil“ stand kurz vor bzw. kurz nach der Mittagspause offenbar nicht dort, wo sie sie eigentlich stehen sollte, das sorgte für etwas Verwirrung. Bei der zweiten Anfahrt nach der Pause weigerten sich die Posten nachdrücklich, den Stempel auf die Bordkarte zu geben. Sowas habe ich auch noch nicht erlebt 🙂

Der Ablauf an den Zeitprüfungen verlief reibungslos und ohne großen Rückstau. Der Re-Start nach der Mittagspause war gleichzeitig der Start in eine WP mit mehreren Zeitmessungen im Gewerbegebiet. Da man die Unterlagen erst 15 Minuten vor dem Start bekam, musste man schon aufpassen und den Rückweg zum Auto auf dem (LKW-)Parkplatz einkalkulieren. Wenn man hier trödelte oder noch auf dem WC (Männer hinter dem Vorhang!) verweilte, konnte es knapp werden und Hektik ausbrechen – bei uns verlief das ganz konzentriert. An der vor-finalen ZK „Friedhofsparkplatz“ wurde noch eine vorher nicht bekannte „Zusatzaufgabe“ übergeben. Wir hatten eine Art Ori auf dem Friedhofsparkplatz erwartet, tatsächlich ging es aber darum, auf einem Firmengelände mit diversen Parkplätzen kleine roten Punkte zu jagen. Diese Aufgabe sorgte am Ende der Fahrt noch einmal für Spannung, der Posten am Friedhof hätte aber eindeutig sagen können/sollen, dass die neue Seite 21 die alte Seite 21 ersetzt und nicht ergänzt. Das ergab sich dann zwar irgendwie aus dem Zusammenhang, aber man hätte auch eine Überlappung vermuten können.

Note: 2

Strecke

Die Strecke führte von B-Sennestadt in südliche Richtung bis nach Paderborn und wieder zurück. Am Anfang und Ende gab es längere Transportetappen, bei denen nicht viel passierte und es längere Passagen durch Orte gab. Bei dem ausgesuchten Ziellokal vielleicht nicht zu vermeiden. Es gab einige Tempo30 Zonen und wirklich schlechte Straßenzustände. Der Rest der Fahrt verlief durch ländliche Gegenden und kleine Dörfer/Ortschaften. Wirklich flüssig konnte man hier nicht fahren, da sind wir von der Pfalz und der Drei Tage Rallye sicherlich verwöhnt.

Note: 2

Fahrtunterlagen

Die Fahrtunterlagen entsprachen dem „üblichen Standard“ – Ausschreibung, Ausführungsbestimmungen, 2 Bordkarten, 2 Roadbooks. Die auch Streckenbücher genannten Unterlagen waren leider nicht spiralgebunden, sondern nur getackert. Das ist unterwegs eher hinderlich und hat hohe Zerfledderungsneigung. Die Bordkarten waren klar und eindeutig gestaltet.

Note: 2

Aufgabenstellung

Linnenbauerfahrt, Teil 2, so kann man die Aufgabenstellung der diesjährigen Westfalen-Lippe Fahrt auch bezeichnen. Kein Wunder, steckt dahinter ja der gleiche Fahrtleiter, der in Bielefeld jedoch offiziell nur eine „stellvertretende“ Rolle hat. Insofern gab es wenig komplexe Regeln (das übliche: Einbahnstraße, Kreuzungsverbot, kürzeste Strecke) und das Fahren nach Kartenskizzen, komplett ohne Chinesen – aber auch ohne Grenzannäherung, Fischgräten, Barrikaden, etc. Insofern war die Aufgabenstellung etwas „einfacher“ oder weniger abwechslungsreich als in Herford.

Das bedeutet: Verfahren kann man sich hier nicht, aber man kann unterwegs eine Menge kleiner Fein- und Gemeinheiten übersehen und ist dann am Ende des Tages überrascht, dass diverse Kontrollen auf der Bordkarte fehlen. Wie in Herford musste man also auch hier die komplette Strecke mit der Lupe auf kleine Ecken, Kartenfehler, Kartenmanipulationen, etc. untersuchen und auf winzig kleine rote Punkte achten. Auf der Nachmittagsetappe gab es zwei Seiten mit schwarzen Aufgabenteilen. Hier konnte (und sollte) man kleinste Aufgabenteile noch „besser“ übersehen.

Wenn man das weiß und während der Fahrt laufend darauf achtet – dann macht diese Art der Aufgabenstellung durchaus Spaß. Die Grenzen sind jedoch erreicht, wenn es auf der einen Seite Aufgaben gibt, bei denen die Feinheiten „so gemeint“ sind und gewertet werden, auf der anderen Seite aber genau diese Stellen (angeblich) „nicht so gemeint sind“ und sogar im Roadbook erkennbare Gegenläufigkeiten großzügig anders interpretiert werden.

Mein Eindruck ist: alle diese Feinheiten waren schon „so gemeint“, aber im Rahmen der Auswertungsdiskussionen wurde nach dem „Mehrheitsprinzip“ entschieden und diese Stellen dann anders bzw. unterschiedlich gewertet. Es ist also weniger ein Problem der Aufgabenstellung, sondern der Auswertung. Dazu komme ich noch.

Note: 2-

Wertungsprüfungen

Es gab im Roadbook fünf Zeit-Wertungsprüfungen, dazu kam eine geheime („grüne“) 10 Sekunden-Sollzeitprüfung nach der ZK 5. Hier hätte man schon gewarnt sein können. Warum ist mitten in der Pampas auf der Strecke eine ZK? Nicht nur diese „gemeine“ WP war gut gemacht, auch der „Rest“ der Wertungsprüfungen hat uns gefallen. An Start und Ziel eine Lichtschranken- bzw. Schlauchprüfung und weitere drei Prüfungen mit je drei Messungen. Das war anspruchsvoll und hat Spaß gemacht. Es kam nicht nur darauf an, die Zeiten korrekt zu fahren, sondern auch, die richtige Strecke zu finden 🙂 Gerade bei der WP nach der Mittagspause hat das nicht jedes Team geschafft…

Note: 1

Verpflegung und Ambiente

Nach den Veranstaltungen in Herford, bei der Drei Tages Fahrt und in Ramberg war ich in Sachen „Verpflegung und Ambiente“ total verwöhnt. Insofern konnte es bei der hier anstehenden „Autohausnummer“ nur schlechter werden. Ein Autohaus mag ausreichend Parkplätze bieten, ist aber nun mal von Hause aus nicht auf die Bewirtung von über 150 Menschen ausgerichtet.

Wir waren von Verpflegung und Ambiente jedoch positiv überrascht. Aus der Autohaus-Lokation wurde das Beste gemacht. Es gab einen professionellen Caterer, nette Deko, aufmerksames Personal und bei jeder Station (Frühstück, Mittagspause, Abendessen) ausreichend „Futter“.

Besonders gut gefallen hat mir der Pausenstopp am Roderwerk in Salzkotten. Hier passte zum Glück auch das Wetter, so dass man draußen sitzen konnte. Alles sehr stimmungs- und liebevoll dekoriert. Selbst der WC-Gang wurde zum Erlebnis 🙂 Hier hätte ich noch länger verweilen können. Eine der wenigen Momente/Fahrten, bei dem/denen die Mittagspause hätte ruhig länger dauern können.

Am Abend herrschte in der super-verglasten Autohalle tropisches Klima. Draußen tolles Wetter, eher frisch, innen jedoch Sauerstoffmangel und Schweiß. Das Abendessen vom Caterer war hervorragend, es gab wieder eine elend lange Schlange am Buffet (Hunger!!!!), aber am Ende war genug für alle da und es war sehr schmackhaft.

Note: 2

Auswertung und Ergebnisaushang

„Eine schöne Veranstaltung, bis man im Ziel ist“ – auf wenige Fahrten trifft diese Beifahrerweisheit so präzise zu, wie auf die Westfalen Lippe Fahrt.

Zunächst sah alles noch gut aus (und wie in Herford): frühzeitiger Aushang der Musterlösungen und der Muster-Bordkarten. Der (stellvertretende) Fahrtleiter war vor Ort erkennbar und ansprechbar.

Das war auch nötig, denn die Wertung der kleinen Ecken und Feinheiten verursachte mehrfaches Stirnrunzeln. Auf der Vormittagsetappe hatten wir einen Fehler- das war die Sache mit dem „R“. Diese OK stand genau an einer Abzweigung nach links, die laut rotem Fahrauftrag aber in einem 45 Grad Winkel schräg gefahren werden sollte, auf der rechten Seite. Warum wählt der Fahrtleiter nun genau hier diese Kombination? Warum steht genau hier das „R“? Ganz klar – eine Falle. Nein, ätsch, war nicht so gemeint. Aha. Glaube ich nicht. Argumentation: „die anderen Teams“ haben das aber (mehrheitlich) anders als ihr. Das ist kein Argument, sondern Blödsinn. Falsch wird nicht dadurch richtig, weil viele Menschen den gleichen Fehler machen. Oder, wenn bestimmte Menschen einen Fehler machen. Diese Stelle wurde neutralisiert.

Auf der zweiten Bordkarte hatten wir drei Fehler. Einmal fehlte uns ein „B“ für Bielefeld (offenbar übersehen) und zweimal hatten wir ganz bewusst die Entscheidung getroffen, da die Falle klar erkennbar war. Die „76“ im finalen Werksgelände wurde als Fehler gewertet – da offenkundig die kürzere Strecke nicht dort verlief. Bei der Kombination U – U oder U – R – U wurde die Diskussion jedoch ausdauernder geführt. Fahre die Aufgabenteile „A-1-2-3-5-4-E“ , so kam man über eine in der Karte versetzte Kreuzung, die in der Natur aber eine normale Kreuzung war. Amerikanisches Abbiegen erlaubt, gegenläufiges Fahren jedoch verboten – für uns eine ziemlich klare Angelegenheit. Achtung, Falle. Nun, warum stand dann aber das „R“ auf der anderen Seite, also bei uns im Rückspiegel? Negativkontrolle? Kontrolle für die Tourensportler? Falsch aufgestellt? Hier kreiselten einige Teams. Meinung des (stellvertretenden) Fahrtleiters: hier hätte man gegenläufig fahren und das R notieren sollen. Das kann ich nicht nachvollziehen und vermute auch an dieser Stelle ein „Nachgeben“ bei intensiven Anmerkungen bestimmter Teams. Wurde dann auch neutralisiert, wobei diese Stelle mehr als eindeutig war. Diese „Neutralisierungsarie“ kenne ich eigentlich eher aus Oelde, hält aber auch in OWL offenbar Einzug. Die Folge: es erfolgt eine Glättung der Ergebnisse, denn egal wie man dort gefahren ist, es gibt keine Fehler. Kann ich nicht gut heißen.

Aber es kam noch „besser“. Denn wir hatten ja – wie viele andere Teilnehmer – ein B übersehen, ganz am Schluss im Gewerbegebiet. Doch wo genau, das war uns natürlich nicht bekannt (sonst hätten wir es ja nicht übersehen). Dankenswerterweise hat ein Team der Wertungsgruppe TS sich die Mühe gemacht und ist die besagte Strecke noch einmal abgefahren. Siehe da, das OE-Schild stand total verdeckt hinter LKWs, und war teilweise eingewachsen. Man konnte es nur beim Abbiegen in die Straße parallel zu den LKW erahnen und musste schon bewusst hinschauen. Vielleicht aus Zufall, vielleicht weil man aus der Gegend kommt und die Stelle kennt?! Jedenfalls hatten nicht alle Teams diesen Fehler gemacht. Das kann man nun so oder so sehen und von mir aus auch werten. Was der Veranstalter jedoch gemacht hat: In der Gruppe TS wurde das Schild aus der Wertung genommen (neutralisiert), in unserer Gruppe S wurde es als Fehler gewertet, wenn man das B übersehen hat. Eine Begründung hierfür wurde nicht geliefert, außer, dass wir eher hätten protestieren sollen. Wir haben aber von der Ungleichbehandlung erst nach Aushang der korrigierten Ergebnisliste TS um 20.41 Uhr erfahren und dann sofort reagiert. In der Ausschreibung ist keine Frist für eventuelle Proteste oder Einsprüche genannt.

Im Kontext der abendlichen Diskussionen ist mir das sogenannte Schiedsgericht besonders negativ aufgefallen. Von einem solche Gremium erwarte ich Sachkenntnis, neutrale Nüchternheit und ein umsichtiges Agieren. Tatsächlich mussten wir den „Kollegen“ erst einmal nahe bringen und erklären, was für Aufgaben hier üblich sind. Und ich erwarte ein Mindestmaß an Teilnehmerorientierung und wertschätzender Kommunikation. Beides war nicht gegeben. Wir haben dann noch einen schriftlichen „Protest“ verfasst, der aber nicht mehr angenommen wurde. Argument: Einspruchsfrist ist abgelaufen. Eine solche Frist gab es jedoch gar nicht – siehe Ausschreibung.

Auf diese ganzen unsäglichen Diskussionen habe ich eigentlich keine Lust. Aber, es ging mit den besagten 5 Fehlerpunkten um das Ganze (Platz 3 oder Gesamtsieg) und vor allem kann ich diese Kombination von „Keine Ahnung“ und „ruppiges Agieren“ nicht tolerieren. Als Veranstalter sollte ich auch alles vermeiden, was eventuell den Eindruck von Günstlingswirtschaft erwecken könnte. Das bezieht sich explizit nicht auf die (stellvertretende) Fahrtleitung, sondern i.W. das sog. Schiedsgericht.

Die Umstände bei den Auswertungen und dem „Würfeln der Ergebnisse“ sind bei Oldtimerrallyes leider immer wieder Grund für Kritik. Dieses Mal bei der Westfalen Lippe Fahrt – frei nach Rudi Völler – ein absoluter Tiefpunkt. Und das bei einem ADAC Regionalclub. Das kriegen andere (private) Veranstalter mit einem Team von 9 freiwilligen Helfern über 3 Tage deutlich !!! besser hin.

Nachtrag: Weder der ADAC OWL als Veranstalter der Fahrt, noch das Veranstaltergremium des ADAC Oldtimer-Cups NRW (Regionalclubs Nordrhein, Westfalen, OWL) sind Willens und/oder in der Lage, innerhalb einer Frist von 14 Tagen auf eine Email zu reagieren. Und sei es eine Eingangsbestätigung. Nothing. Nada. Niente.

Vielen Dank in den Norden für dieses Bild.

Note: 6

Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung

Wenn man von der Auswertung und der Leistung des Schiedsgerichtes absieht, dann war die Siegerehrung durchaus angemessen und gelungen. Sie fand aufgrund der diversen Diskussionen und der Wertungsänderung in der Gruppe TS zwar relativ spät statt (viele Teilnehmer waren da schon abgereist), es gab jedoch einen launigen Sprecher, eine angemessene Würdigung der Platzierten und Fotos wurden auch gemacht. Das geht alles voll ok.

Kurios ist es, dass sich der ADAC mit der babylonischen Sprachverwirrung bei den Wertungsklassen (Wanderer, Touristisch, Tourensportlich, Sport) inzwischen selbst verwirrt. So war auf dem Ergebnisaushang auf dem gleichen Blatt Papier oben „tourensportlich“ und weiter unten „sportlich“ zu lesen. Den Pokal für den 3. Platz gesamt bekamen wir dann in der Kategorie „Touristisch“.

Ob es eine Nachbetreuung gibt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt (11.05.2026) nicht sagen. Eine Rückmeldung der Veranstalter auf unsere schriftlichen Anmerkungen ist offen.

Nachtrag: Am 19.05. wurden Ergebnislisten, Musterbordkarten und Musterlösungen online über das Portal veröffentlicht. Musterlösungen und -Bordkarten entsprachen dem Aushang vor Ort inkl. entsprechender handschriftlicher Anmerkungen. Aus dieser Veröffentlichung waren die beschriebenen neuralgischen Stellen aber nicht erkennbar, also: warum wurde hier wie gewertet. Das gilt auch für die Stelle mit dem „B“ (hinter dem LKW verdeckte Kontrolle). Dieses „B“ wurde in beiden Wertungsklassen (TS und S) aufgeführt, wurde also identisch beschrieben. Kein Hinweis auf eine unterschiedliche Wertung. Es handelt sich somit um die Lösungen „vor Anpassung“ und nicht die vor Ort final gewerteten Lösungen. Wer hier also Aufklärung zu den diskutierten Fragestellung erhofft hatte, der wurde enttäuscht.

In beiden Musterlösungen wurde das „B“ an der entscheidenden Stelle aufgeführt.
Es wurde aber unterschiedlich gewertet. Warum?

Kein Hinweis in der Musterlösung, warum das „R“ wie gewertet oder auch nicht gewertet wurde – offenbar hätte man es aufschreiben sollen (siehe Anmerkungen zur Aufgabenstellung). Die Bedeutung der „roten Kringel“ in der Musterlösung wurde nicht erläutert.

Note: 3

FAZIT

Ein Gesamtfazit ist schwer zu ziehen: Eigentlich eine schöne, traditionelle Oldtimerveranstaltung. Gute Wertungsprüfungen, kniffelige Ori-Aufgaben der Herforder Art, passender Gesamtrahmen. Leider zu viele unklare oder im Nachhinein „nicht so gemeinte“ Aufgabenstellungen bzw. ein zu großzügiger Umgang mit Neutralisierungen. Die unterschiedliche Wertung der verdeckten Kontrolle, die am Ende über Platz 3 oder 1 entschied, in den Gruppen TS und S ist eine grobe Unsportlichkeit des Veranstalters. Das Agieren des Schiedsgerichtes war unterirdisch und vor allem im Tonfall der Kommunikation unangemessen. Nachfragen und/oder Emails nach der Veranstaltung werden nicht beantwortet. Eine Teilnahme an dieser Veranstaltung kann ich nur Teams empfehlen, denen Auswertung und Ergebnis egal sind.

Gesamtnote: ?

IMPRESSIONEN

Aufgaben

Beispiel 1: Großziehen für Fortgeschrittene. Was möchte einem der Fahrtleiter sagen, wenn er die OK genau dort aufhängt und den roten Fahrtauftrag nicht rechtwinklig, sondern abgeschrägt zeichnet? Falle nach Herforder Bauart, ganz klar. Nein, ätsch, war nicht so gemeint. Oder alternativ: Neutralisiert, da keine Lust mehr auf Diskussionen mit bestimmten Teams.

Beispiel 2: Mikroskopieren leicht gemacht. An dieser Stelle war durch eine Fahrtleitermarkierung die kürzeste Strecke „oben rum“ gesperrt. Daher musste man erst gerade aus und dann rechts fahren. Solche Feinheiten sind m.E. gut gemacht. Es überzeugt daher nicht, wenn es an anderer Stelle „nicht so gemeint“ sein soll.

Beispiel 3: Wenn Fahrtleiter zu viel wollen. Eigentlich super gemachte Aufgaben, inkl. Befahren einer Windkraftbaustelle mit 3mal DK-Stempel, danach noch die doppelte Kontrolle „vor oder hinterm Haus“ beachten (ein fieser Trick, auf den wir aber nicht mehr reinfallen). Dann gegen Ende noch einen kleinen Haken sehen und fahren. Super. Leider jedoch formal nicht lösbar, weil das Pfeilende an der L 751 näher dran war, als die Aufgabenteile an der DK. Dann wäre man hier aber – eigentlich – nicht mehr vorbei gekommen… War an dieser Stelle tatsächlich nicht so gemeint, d.h. ein Fehler in der Aufgabenstellung (kann vorkommen).

Beispiel 4: Eine ZK im Nirgendwo, danach überraschte die geheime Sollzeitprüfung. Hätte man sich denken können. Dann wieder eine kleine Ecke ausfahren und den roten Punkt nicht übersehen.

Beispiel 5: Everything went black again. In S/W sind kleine versteckte Aufgabenteile noch schlechter zu erkennen. Dann die Ecke ausfahren – wenn dort eine Obstkiste gesichtet wird, ist das der typische Hinweis auf eine versteckte Kontrolle. Wer diese Art von Tricks nicht kennt, der tappt reihenweise in die Falle. Daher kann mir auch niemand erzählen, dass das an anderer Stelle im Roadbook „nicht so gemeint“ war.

Beispiel 6: Alles nicht so gemeint, im Extended Remix. Von Aufgabenteil 3 zu Aufgabenteil 5 links an der versetzten Kreuzung. Danach zu Aufgabenteil 4 – kürzeste Strecke „oben rum“ geht nicht, da dann kleines Stück gegenläufig. Daher anders herum fahren. Zweimal U. Tja, R stand hier auf der anderen Seite. Warum? Negativ? Für uns war die Aufgabe mehr als eindeutig und klar eine Falle, eine gut gemachte zudem. Nein, war nicht so gemeint. Kann ich schwer nachvollziehen. An den anderen neuralgischen Punkten ist alles millimeter genaue Absicht, hier aber nicht?

Beispiel 7: Grande Finale mit Punktwolke. Die musste man erstmal finden (erkennen). Dann jedoch großes Kino. Ori auf dem Parktplatz. Super schönes, anspruchsvolles Finale. Geht doch!

„Ihr hupt, wir trinken“ – klasse Mädelsstimmung auf dem Planwagen. Das Schild habe ich leider nicht aufs Foto bekommen.  Manches ist einfach nur im Suff zu ertragen 🙂