von Hartwig Rietz

Am 13.03.2026 hat das Automuseum Melle zum 11. Mal die „Magische Museumsnacht“ ausgerichtet – doch warum auch immer ist diese Veranstaltung bislang an mir vorübergegangen. Das Museum ist grundsätzlich einen Besuch wert, also war die Neugier geweckt. Der Hinweis auf den Termin kam von Franks Liste, HG wollte auch hin und damit stand der Plan. Nach einer höchst mäßigen Ori-Leistung am vorherigen Wochenende wollten wir sehen, ob wir wenigstens passable Museumsbesucher abgeben. Das Ergebnis vorweg: Das hat geklappt.

Das Meller Museum stellt auf drei Etagen einer alten Möbelfabrik und in einer angeschlossenen, deutlich neueren Halle eine Vielzahl von regelmäßig wechselnden Autos und Motorrädern aller Epochen aus. Im Innenhof liegt zudem das „Garageum“, eine von einem hochkompetenten und sehr freundlichen Chef betriebene Werkstatt für Oldtimerrestaurationen. Auch dort konnte man an diesem Abend einen Blick hineinwerfen und verschiedene Projekte in Augenschein nehmen. Verschiedene Gewerke wie Stellmacher- und Karosseriearbeiten, aber auch technischer Überholungen und Servicearbeiten waren statisch zu sehen.

Im Hof waren Foodtrucks und ein Getränkestand aufgebaut; für zusätzliche Unterhaltung sorgten Trialfahrer, die mit ihren Motorrädern auf Hindernissen aus Paletten ein paar Stunts aufführten.

Im Eingang dann zeigte sich der Charakter der „Magischen Museumsnacht“, bei sonstiger Dunkelheit war das Museum mit farbigen Spots an vielen Stellen so ausgeleuchtet, dass eine ganz spezielle Atmosphäre entstand. In der großen Halle spielte ein DJ Musik, die passend zur Sonderausstellung von Breitbauten aus den 80ern und 90ern die Stimmung der Zeit vermittelte. Eine Ebene höher spielten zwei Musiker und auch sonst gab es hier und da kleine Attraktionen. Die Trialfahrer fuhren das Treppenhaus hinauf und herunter, eine Fotobox stand bereit; wer wollte, fand weitere Unterhaltung. Der gute Besuch, ohne dass es zu voll wurde, machte das Bummeln durch die Etagen einfach und angenehm. Nicht zu leer und nicht zu voll, stimmungsvolle Beleuchtung, dazu passende Musik und schon erschienen die Exponate im wahren und übertragenen Wortsinn in ganz neuem Licht. Wie alt wir doch mittlerweile sind, merkten wir daran, dass wir bis zurück zu den Autos aus den 50ern mit allen möglichen eigenen Erfahrungen und Geschichten aufwarten konnten.

So manches seltene Stück war zu sehen; wann hat man das letzte Mal einen Kadett B Caravan in freier Wildbahn gesehen? Oder die Modellpalette von Borgward? Oder verschiedene Tatras? Exoten wie Rennwagen von Stanley (dampfbetrieben!), Lola, Ginetta, Chanabe sowie Formel Junior Boliden waren aus nächster Nähe zu besichtigen, ein früher Jaguar E stellte das ästhetische Kontrastprogramm zu den erwähnten Breitbauten dar. Zwei Filmautos, zwei Vorkriegs-Mercedes und ein Megola Motorrad mit Fünfzylinder-Sternmotor im Vorderrad stachen aus vielen „normalen“ Fahrzeugen aller Epochen heraus. Die Liste der Exoten ließe sich noch fortsetzen (wer kennt den Kohlmus Scirocco?), auch die der Brot- und Butterautos ist lang.

Nach einem kurzen Blick auf den Bücherstand (neu und antiquarisch) haben wir dann hochzufrieden die immer noch gut besuchte Veranstaltung verlassen, natürlich nicht ohne Currywurst und entsprechende Getränke.

Das Museum in Melle hat mit viel Mühe und Herzblut einen tollen Abend veranstaltet, der die zwölf Euro pro Person mehr als wert war.

https://automuseum-melle.de/

https://www.facebook.com/AutomuseumMelle?locale=de_DE

In der nächsten der regelmäßig wechselnden Sonderausstellungen werden Karmann-Prototypen zu sehen sein, die nach Auskunft des Museums teilweise noch nie öffentlich gezeigt wurden. Ich werde sie mir ansehen – und wieder einen Blick in das „Garageum“ werfen.