
VERANSTALTUNG
Bergische Impressionen
26. touristische und (touren)sportliche Ausfahrt für historische Automobile
Overath-Cyriax
MSC Heiligenhaus e.V. im ADAC
02.08.2025


TEAM
H.G. Sonnendecker / Frank Schäfer
auf
BMW 528i (E28)
Die Ausschreibung dieser sehr traditionsreichen und bekannten Fahrt erfolgte in drei Kategorien:
1) Touristik: Streckenbeschreibung in Klartext, SZP, Sonderaufgaben
2) Tourensport: Klare Streckenbeschreibung, leichte Orientierung
3) Sport: Mittelschwere Orientierungsetappen
Erstmalig hat auch diese Fahrt am NRW-Cup teilgenommen. Mit ein Grund, hier einmal (das erste Mal für uns) teilzunehmen. Insgesamt gab es für diese Fahrt an diesem Ort ein hervorragendes Nennergebnis: Ca. 120 Teilnehmer, davon 17 in der Kategorie Sport.
Das Wetter war Anfang August eher wieder auf April geeicht. Zunächst noch trocken hat es im Tagesverlauf zum Teil stark geregnet (hier sagt man auch „gegallert“), dann war es wieder sonnig-warm, dann wieder Regen, etc. – Am Abend leider eher regnerisch und kühl.
Aufgrund der doch weiten Anfahrt sind wir schon am Vorabend angereist und haben im Bergischen Hof übernachtet. Für eine Nacht OK; das Frühstück kostet hier jedoch, da von (O-Ton) „einem externen Dienstleister“ bewirtschaftet, immer 12,50 EUR, auch wenn man nur einen Kaffee trinken will.
TEILNEHMER-BERICHT
Organisation (vor und während der Veranstaltung)
Absolut reibungslose Organisation. Auch die Änderung des Fahrzeuges verlief problemlos. Allerdings gab es eine intensive technische Abnahme (ohne waren 10 Strafpunkte fällig): Licht, Hupe, Blinker, etc. Auf Kommando „aufsitzen“ und dann die Abnahme. Sowas brauche ich nicht, verbuche ich aber mal unter Oldtimer-Rallye-Folklore. Der Rest des Tages verlief total entspannt, was die Organisation betrifft. Die Fahrt war mit 3,5 Stunden Organisationszeit -ohne Mittagspause- angesetzt. D.h. man war recht früh wieder am Ziel/Start und die Siegerehrung war schon für 17 Uhr eingeplant.
Note: 1
Strecke
Das Land der Grafen von Berg hat einiges zu bieten. Vor allem viel schöne Landschaft und tolle Strecken für eine Oldtimerrallye. Die hat auch der Fahrtleiter voll ausgenutzt. Viele sehr kleine und sehr kurvenreiche Straßen. Ein paar kleine Schotterpisten waren auch dabei, aber wirklich nur sehr kurz. Man fuhr jedoch auch durch Ansiedlungen und kleine Weiler, fast durch die Vorgärten. Ori im Ort. Lässt sich hier wahrscheinlich nicht vermeiden. Der Zustand der Straßen war überwiegend miserabel. Geschuckel und Geruckel, ich hab eine Anti-Kotz-Tablette genommen. Dann ging´s 🙂 Aufgrund des schlechten Wetters waren kaum Passanten und Touristen unterwegs. Insgesamt war auf dieser Art der Straßen ein wirklich flüssiges Fahren nicht möglich. An einer Stelle ging es auch über einen exponierten „Höcker“, an dem nicht nur wir mit dem Auto aufgesetzt sind. Das war kein schönes Geräusch 🙁 Solche Abschnitte sollte ein Fahrtleiter bei einer Oldtimerfahrt vermeiden.
Note: 2
Roadbook
Wie bei den Fahrten von Hans Grützenbach üblich, besteht das „Roadbook“ aus gehefteten DIN A 4 Seiten. Dieses Mal waren es ganze drei Seiten für die gesamte Veranstaltung. Dazu dann der Fahrerbrief. Mehr braucht es auch nicht, um die Teilnehmer in die bergischen Depressionen zu schicken. Alle Informationen knapp auf einer Seite und die Karten ebenfalls sehr kompakt, aber immer messerscharf gedruckt. Wer die Lupe nutzen konnte, war im Vorteil und hätte alle feinen Details sehen können.
Note: 2+
Aufgabenstellung
Bei den „Bergischen Impressionen“ handelt es ich um eine lupenreine Orientierungsfahrt, gefangen im Körper einer Oldtimer-Rallye. Als Teilnehmer des NRW-Cup aus Westfalen muss man feststellen, dass „mittelschwere“ Orientierungsaufgaben bei den Bergischen Impressionen eine ganz andere Dimension haben. Die Ausführungen im Fahrerbrief sind, obwohl knapp gefasst, in den Auswirkungen sehr komplex und nicht immer direkt verständlich. So wurde u.a. zwischen geraden (2,4,6, …) und ungeraden (1,3,5, …) Aufgaben unterschieden. Jeweils kamen andere Vorgaben zur Anwendung. Allerdings galten diese dann immer schon nach dem letzten Aufgabenteil der Aufgabenstellung aus der nächsten Aufgabe. Das war mir zu hoch. Und leider nicht nur das. Die Maßgabe mit der unterschiedlichen Behandlung der Striche nach dem erstmaligen Befahren, zusammen mit den Bestimmungen zu geraden/ungeraden Aufgaben hat eine ziemliche Komplexität hereingebracht. Zudem hier bei der Fahrt ja die in OWL üblichen Bestimmungen NICHT galten: Kein Einbahnstraßensystem, Kreuzen erlaubt. Gegen Pfeile fahren erlaubt, usw. Zusätzlich gab es einige Retuschen bzw. Fahrtleitermarkierungen, z.B. dass ein Fluss über die Straße verläuft. Wenn man das mal gesehen hätte…Ebenfalls wäre es möglich gewesen, das Ziel (den ADAC Bogen) auf gegenläufigem Weg anzufahren, da kürzeste Strecke. Auch hier waren wir dem bekannten Einbahnstraßenprinzip gedanklich noch zu sehr verhaftet, um das korrekt zu lösen.
Note: 2
Wertungsprüfungen
Es gab genau eine Sollzeitprüfung, direkt am Start, über genau 1,1 Minuten = 66 Sekunden. Diese war reibungslos organisiert und hat tatsächlich am Ende über die Top-Platzierungen entschieden. Denn es gab wirklich Teilnehmer, die null Ori-Fehler hatten, was kaum zu glauben, aber wahr ist.
Note: ./.
Verpflegung und Ambiente
Auch bei Verpflegung und Ambiente zeigte sich der Ori-Charakter dieser Veranstaltung. Hart, aber herzlich. Bzw. günstig und rustikal. Für 50 EUR Nenngeld bekam man einen reelen Gegenwert. Stilvoll war das aber nicht. Start und Ziel im Schulzentrum Cyriax boten ausreichend WCs und morgens ein ordentliches Frühstück. Hier stand der Sättigungseffekt im Vordergrund, weniger das Ambiente. Nach dem Zieleinlauf konnte man sich mit Wurst, Nackenschteak und Kartoffelsalat stärken. Der Grill und die Essensausgabe standen überdacht draussen, es war zugig und man wurde vom Grill eingenebelt. Kaffee und Waffeln gab es ebenfalls gegen einen kleinen Obolus. Ich schätze das Engagement der Helfer sehr, alles total freundlich. Aber, wenn man jeweils 2,5 Stunden An- und Abfahrt hat, eine Hotelübernachtung zahlt, etc. – dann fragt man sich schon, ob es das wert ist. Zu den Bergischen Impressionen fährt man wegen der Strecke und den Aufgaben, aber nicht wegen dem Ambiente. Der Preis ist allerdings unschlagbar.
Note: 4-
Auswertung und Ergebnisaushang
Wir waren sehr früh im Ziel, was schon verdächtig war. Dann begann das Warten auf die Aushänge. Die Zeit kam uns lang vor, aber tatsächlich gab es Musterbordkarte, Musterlösungen und dann die Ergebnislisten durchaus zeitnah. So konnte man seine Fehler (hoffentlich) nachvollziehen. Zumindest aber wurde klar, was der Fahrtleiter alles so gemeint hatte. Wir hatten eigentlich ein ganz gutes Gefühl gehabt, da offenbar einige/viele Fallen gefunden. Tja, am Ende zählt was hinten raus kommt. Mit 110 Fehlerpunkten setzten dann endgültig die Depressionen ein. Und die vorzeitige Heimfahrt.
Note: 1
Siegerehrung, Pokale und Nachbetreuung
Die Pokale waren durchaus schön und begehrenswert, aber mit Platz 14 von 17 waren wir Lichtjahre von einem Pokalrang entfernt. Daher sind wir relativ frustriert vorzeitig die lange Heimreise angetreten.
Note: ./.
Anmerkungen und Besonderheiten
Auch bei dieser Fahrt zeigte sich das Grundproblem des NRW-Cup. Wir „mussten“ hier sportlich teilnehmen, was natürlich ok ist. Jedoch ist das Anspruchsniveau im Bergischen (wie auch in Eschweiler und Reken) deutlich höher, als in OWL. Man hat es auch mit ganz anderen Wettbewerbern zu tun. Daher muss ich nochmal darüber nachdenken, ob sich die Anreise und das Hotel gelohnt haben. Für das Ergebnis sicherlich nicht, für das „Ambiente“ auch nicht. Für die Aufgaben? Insgesamt haben mir die sehr ähnlichen Veranstaltungen „Reha Winter Ori“ und „Eisbär Ori“ besser gefallen. Die Aufgaben waren dort nicht ganz so extrem, die Strecken auch wunderschön-besonders, aber vor allem passt da das Ambiente.
./.
FAZIT
Die Bergischen Impressionen sind als anspruchsvolle Orientierungsfahrt für Oldtimer angelegt, das erklärt die Aufgabenstellungen und den rustikalen Charakter. Das Konzept mit 3,5 Stunden Fahrt ohne Mittagspause und Siegerehrung gegen 17 Uhr konnte überzeugen. Beim „Ambiente“ muss man hingegen deutliche Abstriche machen, was bei einem Nenngeld von 50 EUR nachvollziehbar ist. Die „bergische“ Strecke ist sehr schön, bei den Aufgaben muss man sich auf hohe Anforderungen einstellen. Diese waren für uns bei der erstmaligen Teilnahme als Sportler offenbar zu hoch, trotz einschlägiger Erfahrungen in Bleialf und an der Mosel. Ein Teilnehmerfeld von ca. 120 Teams spricht für sich, eine längere Anreise will aber überlegt sein.
Gesamtnote: 2-
IMPRESSIONEN










So sehen in Deutschland Schulen aus. Schulzentrum Cyriax als Start- und Zielort.

Kuschelige Atmosphäre beim Frühstück.

Imbiss vom Grill am Nachmittag. Man stand oder saß in einer Art Durchgang, draußen Starkregen. Auch kuschelig 🙂

Start am ADAC-Bogen im Schulzentrum. Die Fahrtregeln hatten wir aufs Armaturenbrett geklebt, um die verschiedenen Ausführungen immer mal wieder nachlesen zu können. Hat nur bedingt geholfen.

Es hingen reichlich OK´s an der Strecke, die überwiegend gut sichtbar waren und auch dort standen, wo man sie erwartet hat. Am Ende fehlten uns diverse Kontrollen, die hatten wir aber nicht übersehen, sondern wir waren ganz einfach falsch unterwegs.

Insgesamt 2 besetzte DK standen an der Strecke, einmal taktisch sehr geschickt hinter einer Ecke im Gewerbegebiet platziert.
AUFGABEN

Umfangreicher Fahrerbrief mit komplexen Regeln, die in der Zusammenschau ihre trickreiche Wirkung entfalten. Die Karten waren extrem klein, aber immer vorbildlich scharf gedruckt. Eine Lupe sollte man hier durchgängig einsetzen, um die vielen kleinen Feinheiten erkennen zu können.
