Der W 201 ist der erste Mittelklasse-Mercedes und Vorläufer der C-Klasse. Er zielte vor allem auf die Käuferschicht des erfolgreichen 3er BMW ab. Das Modell wurde unabhängig vom Hubraum des Motors als Mercedes-Benz 190 vermarktet.

Der neue kleine Mercedes 190 wurde schnell als „Baby-Benz“ abgetan, konnte aber viele neue und jüngere Kunden ansprechen, so dass er mit 1,8 Millionen gebauten Fahrzeugen bis 1993 ein mehr als erfolgreiches Projekt wurde.

Der Sechzehnventiler war ursprünglich als Ersatz für den Rallye-SLC (C 107) gedacht und startete als 2.3-16 im September 1984 in der Serienproduktion. Bereits im August 1983 hatte er mit zahlreichen Weltrekorden auf sich aufmerksam gemacht. Die Basis des Motors bildete das Kurbelgehäuse des M102, das aus dem Typ „230E“ des W123 bekannt war. Die Überarbeitung erfolgte durch den britischen Sportmotoren-Spezialisten Cosworth. Aufsehen erregte damals die verspoilerte Karosserie. Als „GTI von Mercedes“ wurden der 2.3-16 nicht nur mit 19.487 gebauten Exemplaren ein Erfolg, sondern veränderte auch das Image von Mercedes. BMW musste mit dem M3 nachziehen…

Legendär auch das: im Mai 1984 erfolgt die Eröffnung des renovierten Nürburgrings. Zur Einweihung des neuen GP-Kurses wird ein 190-E-2.3-16-Rennen der Formel-1-Fahrer ausgetragen, es gewinnt der junge Ayrton Senna.

1988 erscheint der 2.5-16 mit 195 PS in der Kat-Version. Während frühe 2.3er den sportlichen Geist der 80er verströmen, war der späte 2.5er in Vollausstattung, gerade mit der bei Sportlern verpönten Automatik, ein auch bei der Arztgattin angesagtes Gefährt.

Für den Einsatz in der DTM entstanden die Homologationsmodelle EVO I und II. Erst in der Saison 1992 jedoch gelang es Mercedes, in der DTM zu siegen.

Ein Jahr später lief der letzte 2.5-16 vom Band, einen Nachfolger gab es nie. Es wurden zw. 1988 u. 1993 vom 190E 2.5-16 insgesamt nur noch 5.743 Stück hergestellt.

Produktion am 27.07.1989 in Bremen und Export nach Japan, 2011 Rückreise in die deutsche Heimat

Hubraum: 2.498 ccm

Leistung: 195 PS

Vmax: 230 km/h

Zylinderkopf von Cosworth

Saugrohreinspritzung, mechanisch-elektronisch geregelt (Bosch KE-Jetronic)

Hydropneumatische Federung hinten

Dieses Fahrzeug wurde in der Zeitschrift AutoBild Klassik, Heft 11/2016 ausführlich im Bericht „Wie 16V die Welt eroberte“ vorgestellt


1988 Datenblatt AMS

2004 W201Kaufberatung

2007 Baby Boom

2008 Kaufberatung

2012 Die wilde 16

2016 Böser kleiner Benz

2019 Classic Cars MB190 Cosworth

2020 Robuster 16V mit Ersatzteilsorgen